Chinaladen – Buchempfehlungen

Aktuelle Buchempfehlungen – Januar 2022

Dai Sijie: Die lange Reise des Yong Sheng

Die lange Reise des Yong Sheng. Roman

Dai Sijie
Piper Verlag (erscheint im Januar)
432 Seiten, 24,00 €

Der Verlag über das Buch

Es ist das Jahr 1911. Zimmermann Yong, der die besten Taubenflöten im Bezirk Putian fertigt, wird ein Sohn geboren. Dem kleinen Yong steht ein außergewöhnliches Leben bevor. Mary, die Tochter des amerikanischen Pastors, in dessen Obhut er aufwächst, ermutigt ihn, der erste chinesische Pastor Putians zu werden. Und so beginnt für Yong eine Reise durch das ganze Land. Er studiert Theologie, erlebt Familienglück und Verrat, den Ausruf der Volksrepublik und die Gräuel der Kulturrevolution.

Dai Sijie erzählt von seinem Großvater, der die großen Umbrüche im Reich der Mitte selbst miterlebte. Eine bewegende Geschichte von Liebe und Verrat, Demut und Glück, und davon, dem Leben mit Duldsamkeit zu begegnen. Der biografische Roman des Autors von „Balzac und die kleine chinesische Schneiderin“.

Zhou Haohui: 18/4 – Der Hauptmann und der Mörder

18/4 – Der Hauptmann und der Mörder. Roman

Zhou Haohui
Heyne Verlag (erscheint im Januar)
400 Seiten, 13,00 €

Der Verlag über das Buch

In der chinesischen Millionenstadt Chengdu treibt ein kaltblütiger Killer sein Unwesen, der vor 18 Jahren die Polizei schon einmal zum Narren gehalten hat. Er nennt sich selbst Eumenides und tötet Menschen, deren Verbrechen von der Polizei nicht geahndet wurden. Mittels Todesanzeigen kündigt er an, wen er ermordet, wann er zuschlägt und warum das Opfer sterben muss. Damit verhöhnt er die zu seiner Verhaftung einberufene Sondereinsatzgruppe 18/4 und den brillanten Hauptmann Pei Tao. Bei jedem Mord ist Eumenides ihnen einen Schritt voraus. Zu spät erkennt Pei Tao, dass auch seine Geheimnisse und Vergehen vor dem Killer nicht sicher sind. Ein tödliches Katz-und-Maus-Spiel beginnt …

Philipp Mattheis: Ein Volk verschwindet

Ein Volk verschwindet – Wie wir China beim Völkermord an den Uiguren zuschauen

Philipp Mattheis
Ch. Links Verlag (erscheint im Januar)
240 Seiten, 18,00 €

Der Verlag über das Buch

In der nordwestchinesischen Provinz Xinjiang ist in den vergangenen Jahren eine Dystopie Wirklichkeit geworden: Die muslimischen Uiguren werden dort mit allen Möglichkeiten des Digitalzeitalters erfasst und überwacht. Etwa eine Million Menschen sind monatelang in »Umerziehungslagern« interniert, wo Folter, Zwangsarbeit und Gehirnwäsche an der Tagesordnung sind. Gleichzeitig werden Moscheen geschlossen, religiöse Feste untersagt, Baudenkmäler zerstört. Offensichtlich soll die kulturelle Identität des 15-Millionen-Volks ausgelöscht werden. Westliche Konzerne hält das nicht davon ab, in Xinjiang produzieren zu lassen. Philipp Mattheis‘ aufrüttelndes Buch erzählt von den Schicksalen Betroffener und klärt über die Hintergründe des Geschehens auf.

Gulbahar Haitiwaji & Rozenn Morga: Wie ich das chinesische Lager überlebt habe

Wie ich das chinesische Lager überlebt habe – Der erste Bericht einer Uigurin

Gulbahar Haitiwaji & Rozenn Morga
Aufbau Verlag (erscheint im Januar)
259 Seiten, 20,00 €

Der Verlag über das Buch

Seit Jahren lebt Gulbahar Haitiwaji mit ihrem Mann und ihren Töchtern in Frankreich. Bis die chinesische Regierung sie auffordert, aus administrativen Gründen nach Xinjiang zu kommen. Gulbahar Haitiwaji bucht eine zweiwöchige Reise und kehrt drei Jahre später zurück. Sie ertrug Verhöre, Folter, Hunger und kafkaeske Zersetzungsmethoden. Weil eine der Töchter an einer uigurischen Versammlung in Paris teilgenommen hatte. Seit 2017 wurden mehr als eine Million Uigurinnen und Uiguren in Umerziehungslager gesperrt. Gulbahar Haitiwaji ist die Erste, die darüber berichten kann, weil sie wieder in Frankreich lebt. Ihr Buch ist ein mutiger Appell an die internationale Gemeinschaft, diesen Völkermord nicht mehr zu dulden.

Liao Yiwu: Wuhan

Wuhan – Dokumentarroman

Liao Yiwu
S. Fischer Verlage (erscheint im Januar)
352 Seiten, 24,00 €

Der Verlag über das Buch

Gleich nach dem Ausbruch des Corona-Virus reist der Bürgerjournalist Li in das Epizentrum der Katastrophe. »Weil er keine Angst vor Gespenstern hat«, so die Stellenanzeige, findet er einen Job im Krematorium. Schnell begreift er, dass die offiziellen Opferzahlen nicht stimmen. Doch der kurze Augenblick, in dem er glaubt, die Wahrheit sagen zu dürfen, vergeht über Nacht: Er wird entdeckt, verfolgt und dokumentiert im Internet live, wie er brutal verhaftet wird.

In diesem bestürzend aktuellen Dokumentarroman »Wuhan« führt uns Liao Yiwu in das Herz der ungelösten Fragen und erzählt die spannende Recherche der Hintergründe einer gewaltigen Vertuschung. Woher stammt das Virus und was geschah in Wuhan? Protokolle verschwinden, und neue Lügen zementieren die Geschichte vom heroischen Sieg der Partei – Propaganda, die die Menschen vergiftet wie das Virus.

Konrad Winkler (Hrsg.): Chinesisch für jeden Tag

Chinesisch für jeden Tag – Übungen zur Sprache und Kultur. Mit Lösungsbuch

Konrad Winkler (Hrsg.)
Buske Verlag (erscheint im Januar)
250 Seiten, 21,90 €

Der Verlag über das Buch

Das Übungsbuch „Chinesisch für jeden Tag“ ist lehrwerkunabhängig und eignet sich als Ergänzung zum täglichen Lernpensum.
– Kurze und unterhaltsame Übungen für zwischendurch
– Alle Texte mit Pinyin versehen
– Die beliebtesten und besten Übungen aus vergangenen Chinesisch-Sprachkalendern

Stefan Kramer: Der chinesische Film

Der chinesische Film. Filmgeschichte kompakt, Band 3

Stefan Kramer
Edition Text + Kritik (erscheint im Januar)
100 Seiten, 19,00 €

Der Verlag über das Buch

China gehört zu den vielfältigsten, produktivsten – wenn auch oft unterschätzten – Filmnationen weltweit. Die Geschichte des mandarinsprachigen Films reicht von frühen lokalen Pekingopernfilmen aus dem späten chinesischen Kaiserreich hin zu dem antikolonialen und sozial orientierten Kino der chinesischen Republikzeit zwischen 1912 und 1949. Sie erzählt von den politisch konformistischen, ästhetisch indes oftmals erstaunlich reichhaltigen Werken des sozialistischen Realismus unter der Herrschaft Mao Zedongs. Mit Einsetzen der Reformpolitik Ende der 1970er Jahre machte sie schließlich einem unvergleichlichen Reichtum an Geschichten und Bildern sowie einer tiefgreifenden kinematografischen Reflexion der chinesischen Kulturen Platz, mit denen das chinesische Kino seinen Platz in der weltweiten Filmlandschaft eroberte. Sie blickt nicht zuletzt auf ein thematisch und ästhetisch breit aufgestelltes Kunstkino, mit dem Filmschaff ende sich im 21. Jahrhundert weiterhin der Massenproduktion für weltweit agierende Streamingdienste erwehren.

A. Lai: Zhan Dui – Geschmolzenes Eisen

Zhan Dui – Geschmolzenes Eisen. Die Legende von Khampa

A. Lai
Bacopa Verlag (2021)
360 Seiten, 34,80 €

Der Verlag über das Buch

Dies ist ein ungewöhnliches Buch. Auf den ersten Blick handelt es sich um die Übersetzung eines chinesischen historischen Romans ins Deutsche. Das ist auch nicht falsch. Allerdings handelt es sich weder um einen Roman, noch behandelt der Autor A Lai hier ein chinesisches Thema, wie es der westliche Leser gewohnt sein mag.

Wie der Autor selbst in seinem Vorwort schreibt, ist dieses Buch kein fiktiver Roman. Es ist auch keine historische Erzählung, denn nichts an dem Inhalt ist von A Lai erdacht worden. Es ist am ehesten eine Kompilation, also eine Zusammenstellung von Materialien, Fundstücken, Dokumenten und mündlicher Überlieferung, die A Lai anfangs nebenbei, später aber in unermüdlicher Kleinarbeit und gründlicher Recherche zusammengetragen hat. Wie der Autor selbst sagt, stieß er zufällig auf die Geschichte Zhan Duis, wurde von ihr immer mehr gefangen genommen und begann, ihre Spuren Stück für Stück freizulegen. Es war gar nicht notwendig, sich etwas auszudenken, denn die Geschichte erzählt sich selbst. A Lai hat die komplexe Aufgabe übernommen, sie auszugraben, in Form von Schriften und Zitaten sprechen zu lassen und sie so zu arrangieren, dass sie für den Leser in geschlossenes Narrativ ergibt. Dieser Prozess erfordert sicher nicht weniger Arbeit und Geduld, Kreativität und Fantasie wie das Verfassen eines richtigen Romans.

Auf der anderen Seite ist Zhan Dui kein bloßes Geschichtsbuch. A Lai ist kein Historiker und erhebt auch nicht den Anspruch, hier eine wissenschaftliche Abhandlung vorzulegen – auch wenn das authentische Material dafür durchaus taugen würde. Der Autor nutzt seine Fähigkeiten als Erzähler und erschafft eine Geschichte aus der Realität. Dabei kann er sich größere Freiheiten als ein Historiker leisten und so webt er offizielle Dokumente wie den Schriftverkehr zwischen hohen chinesischen Beamten in Sichuan und dem Kaiser zusammen mit Fundstücken aus lokalen Chroniken und anderen Quellen und bereichert unser Bild von den Vorgängen um Zhan Dui durch Volkserzählungen und Legenden – unabhängig davon, ob sie nun wahre Geschichten transportieren oder nicht.

Walter Fehlinger: Chinesische Heilpflanzen – Immerwährender Kalender

Chinesische Heilpflanzen – Immerwährender Kalender

Walter Fehlinger
Bacopa Verlag (2021)
13 Blätter mit Illustrationen, 24,80 €

Die vorgestellten Heilpflanzen

Zhu Ru, Bambusae Caulis in Taeniam, Bambusrohrstreifen
Li Zhi He, Litchi Semen, Litchisamen
Ze Lan, Lycodi Lucidus Herba, Wolfstrappkraut
Ren Shen, Panacis ginseng, Ginseng
Xing Ren, Prunus Armeniacae semen, Aprikose
Ying Su Qiao, Papaveris Pericarpium, Schlafmohn
Xiang Yuan, Citrus Medica, Zitronatzitrone
Wu Wei Zi, Schizandra Fructus, Chinesische Beerentraube
Zhi Qiao, Aurantii Fructus, Pomeranze
Shan Zhu Yu, Corni fructus, Asiatische Kornelkirsche
Yin Chen Hao, Artemisiae Scopariae Herba, Besen-Beifußkraut
Shi Liu Pi, Granati Pericarpium, Granatapfelschale

Aktuelle Buchempfehlungen – Dezember 2021

Ai Weiwei: 1000 Jahre Freud und Leid

1000 Jahre Freud und Leid

Ai Weiwei
Penguin Verlag (2021)
416 Seiten, 38,00 €

Der Verlag über das Buch

Ai Weiwei gehört zu den bekanntesten Künstlern unserer Zeit. In »1000 Jahre Freud und Leid« schildert er erstmals seinen außerordentlichen künstlerischen Werdegang vor dem Hintergrund der Geschichte seiner Familie in China. Schon als Junge erlebte er die Verbannung und Demütigung seines Vaters Ai Qing, einst ein Vertrauter Maos und Chinas einflussreichster Dichter, der im Zuge der Kulturrevolution als »Rechtsabweichler« gebrandmarkt wurde. Diese Erfahrungen prägten Ai Weiweis Schaffen und seine politischen Überzeugungen. Er beschreibt die schwierige Entscheidung, seine Familie zu verlassen, um für ein Kunststudium in die USA zu gehen, wo er sich u. a. mit Allen Ginsberg anfreundete und künstlerische Inspiration fand. Offen erzählt er von seinem Aufstieg zu einem Star der internationalen Kunstwelt, der aufgrund seiner Menschenrechtsaktivitäten jedoch immer stärker ins Visier des chinesischen Regimes geriet, das ihn schließlich 2011 mehrere Monate inhaftierte. Die sehr persönlichen und vom Künstler selbst reich illustrierten Erinnerungen geben nicht nur einen fesselnden Einblick in Ai Weiweis Leben und Arbeiten, sie sind zugleich Mahnung, die Meinungsfreiheit immer wieder neu zu verteidigen.

Meiling Yao: Chinesische Schriftzeichen entdecken

Chinesische Schriftzeichen entdecken

Meiling Yao
Chinabooks (2021)
136 Seiten, 19,00 €

Der Verlag über das Buch

Bei der Reihe China entdecken handelt es sich um eine der meistverwendeten Lehrmittelreihen für Chinesisch als Fremdsprache im deutschen Sprachraum. Der vorliegende Band Chinesische Schriftzeichen entdecken ist ein inoffizieller Begleitband zu Band 1 der beliebten Lehrmittelreihe und füllt eine wichtige Lücke. Es werden sämtliche im Band 1 eingeführten Schriftzeichen detailliert analysiert. Da es sich hierbei vollumfänglich um Schriftzeichen handelt, die zu den am häufigsten verwendeten zählen, ist der vorliegende Band für alle Chinesischlerner auf Anfängerniveau von großem Nutzen, selbst wenn diese mit einem anderen Lehrmittel lernen.

Zunächst wird in der Einleitung grundlegendes Wissen über die chinesische Schrift vermittelt, wobei u. a. die unterschiedlichen Bildungsprinzipien chinesischer Schriftzeichen (piktographische Zeichen, indikatorische Zeichen, Bedeutungskomposita, Signifikum-Phonetikum-Zeichen) und die Grundstriche sowie Grundregeln in der Strichfolge erläutert werden. Die nachfolgenden Einheiten und Lektionen sind je­weils gleich aufgebaut: Zunächst wird die Strichfolge für jedes Schriftzeichen eingeübt, dann folgen zusammenfassende Übungen, bei denen es u. a. darum geht, Signifika (bedeutungstragende Bestandteile) und Phonetika (lauttragende Bestandteile) innerhalb der Schriftzeichen ausfindig zu machen oder einander ähnliche Schriftzeichen miteinander zu vergleichen, um diese besser differenzieren zu lernen. Im Abschnitt Zeichenstrukturanalyse werden die Schriftzeichen anhand ihres jeweils zugrunde liegenden Bildungsprinzips detailliert analysiert und in ihre Bestandteile zerlegt. Auch die Entwicklungsgeschichte der Schriftzeichen wird ange­sprochen, bietet diese doch oftmals für das Memo­rieren der Schriftzeichen sinnvolle Eselsbrücken an.

Professorin Yao Meiling von der East China Normal University in Shanghai ist eine ausgewiesene Expertin auf den Gebieten der Didaktik und der Entwicklungsgeschichte chinesischer Schriftzeichen. In China wie auch im Westen gibt sie ihr Wissen und ihren breiten Erfahrungsschatz im Rahmen von Workshops auch an Chinesischlehrer weiter.

Sigrun Abels, Tania Becker & Philipp Mahltig (Hrsg.): Mobilität in China

Mobilität in China

Jahrbuch der Deutschen Vereinigung für Chinastudien 15
Sigrun Abels, Tania Becker & Philipp Mahltig (Hrsg.)
Harrassowitz Verlag (2021)
248 Seiten, 49,00 €

Der Verlag über das Buch

Mobilität verbindet Menschen miteinander, bringt das Fremde näher, überwindet Grenzen und erweitert Horizonte. Zur Mobilität gehört die Bereitschaft zur Bewegung sowie zur Überwindung räumlicher Distanzen. Die Zunahme der Mobilitätsbedürfnisse verändert weltweit die Anforderungen an Mobilitätsangeboten. Dabei steht insbesondere China durch seinen rapiden gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Wandel vor großen Herausforderungen.

Die 29. Jahrestagung der Deutschen Vereinigung für Chinastudien (DVCS), die vom 30. November bis zum 1. Dezember 2018 am Center for Cultural Studies on Science and Technology in China (CCST) der Technischen Universität Berlin stattfand, widmete sich der Mobilität, der Bewegung sowie ganz allgemein den Transferprozessen in China. Die Teilnehmenden thematisierten diesen vielfältigen Gegenstand aus verschiedenen Perspektiven, indem sie Mobilität in einem breiten, umfassenden Sinne verstanden: So beschränken sich die Beiträge nicht nur auf technische Themen wie Logistik, e-Mobility, Schienenverkehr und die geplanten ultraschnellen Hyperflight-Systeme, sondern umfassen auch historisch-gesellschaftliche, soziale und philosophische Themen, wie etwa die Reisen der Gelehrtenbeamten und studentische Auslandsreisen, die Veränderungen des Mobilitätsverhaltens sowie die infrastrukturellen Voraussetzungen für Mobilität. Zudem behandeln sie Fragen der sozialen Mobilität durch den Wandel der Gesellschaft und Prozesse des Wissens- und Erfahrungstransfers in der chinesischen Geschichte und Gegenwart.

Cixin Liu: Supernova

Supernova. Roman

Cixin Liu
Heyne Verlag (2021)
512 Seiten, 14,99 €

Der Verlag über das Buch

Der letzte Tag der Menschheit ist angebrochen. Eine gewaltige Strahlenwolke, ausgelöst durch eine Sternexplosion acht Jahre zuvor, wird schon bald alle Menschen über dreizehn Jahren töten. Seit acht Jahren läuft der Countdown, und seitdem werden die Kinder und Jugendlichen der Welt auf eine Zukunft allein vorbereitet. Einige von ihnen jedoch wollen gar nicht so weitermachen wie zuvor. Sie träumen von einer neuen, einer besseren Zukunft für sich und ihren Planeten. Dies ist ihre Geschichte …

Peter Krauss: Tierische Augenweide

Tierische Augenweide – Die Faszination chinesischer Schriftzeichen

Peter Krauss
Frank & Timme Verlag (2021)
224 Seiten, 28,00 €

Der Verlag über das Buch

Es wimmelt von Tieren in der chinesischen Schrift, selbst in Schriftzeichen, in denen man es nicht vermuten würde. Peter Krauss greift zwanzig Tiere heraus, die in einzelnen Schriftzeichen, in Wörtern und Redewendungen vorkommen. Nicht immer ist der Bezug zwischen dem Tier und der Bedeutung des entsprechenden Zeichens sofort verständlich. Zumeist ist die Funktion des Tieres im Schriftzeichen aber erklärbar. Oft treten dabei interessante volkskundliche Aspekte zutage. Krauss lädt zu einer Entdeckungsreise ein, auf der er zeigt, wie sich aus dreitausend Jahre alten, einfachen Bildern die komplexen Zeichen der modernen chinesischen Schrift entwickelt haben. Die Kombination verschiedener Grundzeichen folgt dabei stets einer Verbindung aus Fantasie und Logik. Die Bildhaftigkeit der so entstandenen Zeichen macht aus ihnen kleine graphische Kunstwerke. Auch wer sich selbst an die Ausführung der Schriftzeichen heranwagen will, findet in diesem Buch wertvolle Hinweise.

Empfehlungen aus unserem Antiquariat

Chinesische und japanische Kalligraphie aus zwei Jahrtausenden

Chinesische und japanische Kalligraphie aus zwei Jahrtausenden – Die Sammlung Heinz Götze

Prestel Verlag (1987)
198 Seiten, 29,00 €

Die Drei Reiche. Roman aus dem alten China

Die drei Reiche. Roman aus dem alten China

Kiepenheuer Verlag (1951)
445 Seiten, 45,00 €

Wolfgang Kubin (Hrsg.): Aus dem Garten der Wildnis

Aus dem Garten der Wildnis – Studien zu Lu Xun (1881-1936). Studium Universale

Wolfgang Kubin (Hrsg.)
Bouvier Verlag (1989)
215 Seiten, 25,00 €

Das andere China – Festschrift für Wolfgang Bauer zum 65. Geburtstag

Das andere China – Festschrift für Wolfgang Bauer zum 65. Geburtstag

Wolfenbütteler Forschungen, Band 62
Harrassowitz Verlag (1995)
686 Seiten, 25,00 €

Antje Richter, Helmolt Vittinghoff (Hrsg.): China und die Wahrnehmung der Welt

China und die Wahrnehmung der Welt

Jahrbuch der Deutschen Vereinigung für Chinastudien, Band 3
Antje Richter, Helmolt Vittinghoff (Hrsg.)
Harrassowitz Verlag (2007)
364 Seiten, 25,00 €

Marcus Hernig (Text), Jan Siefke (Fotografie): Angekommen!

Angekommen! 100 Jahre und 3 Monate durch Nordchina

Marcus Hernig (Text), Jan Siefke (Fotografie)
China Intercontinental Press (2005)
255 Seiten, 18,00 €

Aktuelle Buchempfehlungen – November 2021

Tenzin Geyche Tethong: Dalai Lama

Dalai Lama – Eine illustrierte Biografie

Tenzin Geyche Tethong
Insel Verlag (2021)
351 Seiten, 32,00 €

Der Verlag über das Buch

Die aktuelle Biografie des Vierzehnten Dalai Lama ermöglicht einen intimen  Einblick in die bewegte Lebensgeschichte des spirituellen Oberhaupts der Tibeter. Verfasst von seinem Sekretär Tenzin Geyche Tethong, zeichnet der mit rund vierhundert bisher unveröffentlichten Fotografien, Interviews und persönlichen Erinnerungen aufwendig gestaltete Bildband das denkwürdige Porträt einer der eindrucksvollsten Persönlichkeiten unserer Zeit. Tethong schildert das dramatische Leben des inzwischen sechsundachtzigjährigen Dalai Lama, der im Alter von zwei Jahren als Wiedergeburt seines Vorgängers aufgefunden wurde, als Fünfzehnjähriger der Großmacht China entgegentreten musste und seit über sechzig Jahren seine Heimat Tibet nicht wiedergesehen hat. Ergänzt werden die zeitgeschichtlichen Dokumente durch Abbildungen von Wandgemälden und Buchillustrationen, die die historische Stellung der Dalai Lamas veranschaulichen.

Lothar Ledderose: China Schreibt Anders

China Schreibt Anders (Heidelberger Akademische Bibliothek)

Lothar Ledderose
Kröner Verlag (2021)
120 Seiten, 19,90 €

Der Verlag über das Buch

In einer Zeit, da China immer wichtiger wird, wird es auch immer wichtiger, China zu verstehen. Viel ist da noch zu tun. Die chinesische Schrift ist das komplizierteste System von Formen, welches die Menschheit geschaffen hat, und ein Alleinstellungsmerkmal der chinesischen Kultur. Eine Analyse dieses Systems lässt die grundlegende Andersartigkeit Chinas verstehen, in Erziehung, Religion und Politik.

Chen Hong: Durchs wilde Tibet

Durchs wilde Tibet – Ein Roadtrip über das Dach der Welt

Chen Hong
Drachenhaus Verlag (2021)
ca. 300 Seiten, 24,00 €

Der Verlag über das Buch

Extreme Landschaften, steile Berge und mystische Kultur – Tibet ist ein faszinierendes Land, das schon seit vielen Jahrhunderten Reisende anzieht. So auch die chinesische Schriftstellerin Chen Hong: Realistisch und voller Selbstironie beschreibt sie ihre Abenteuer in der dünnen Luft, ihre eindrucksvollen Begegnungen mit Mensch und Tier auf fünf wilden Roadtrips in die entlegensten Winkel des Landes. Fernweh garantiert!

Stephan Thome: Gebrauchsanweisung für Taiwan

Gebrauchsanweisung für Taiwan

Stephan Thome
Piper Verlag (2021)
224 Seiten, 15,00 €

Der Verlag über das Buch

Stephan Thome blickt tief in die Seele seiner zweiten Heimat: Taiwan ist eine ebenso junge wie umkämpfte Demokratie, geprägt von Kolonialherrschaft, Diktatur und neuer Freiheit. Hier mischt sich das japanische Erbe mit chinesischem Brauchtum und den Traditionen der Ureinwohner. Reisende erwartet eine auf ihre Unabhängigkeit pochende Nation, die sich im Meistern von Krisen bewährt und zu deren größten Obsessionen Essen und Baseball zählen. Dazu grandiose Naturlandschaften mit Nationalparks, imposanten Bergen und Steilküsten, heißen Quellen und wilden Schluchten. Eine außergewöhnliche Dichte an alten Tempeln und unzählige Nachtmärkte mit der köstlichsten Küche Asiens – und so verlockenden Speisen wie „Stink-Tofu“.

Der preisgekrönte Autor lebt seit vielen Jahren in Taiwan und erzählt kundig und unterhaltsam von seiner Liebe zum geschichtsträchtigen Inselstaat im Pazifik.

Hermann Simon: Hidden Champions

Hidden Champions – Die neuen Spielregeln im chinesischen Jahrhundert

Hermann Simon
Campus Verlag (2021)
280 Seiten, 39,95 €

Der Verlag über das Buch

Hidden Champions – das sind die Weltmarktführer, die kaum jemand kennt. Die meisten von ihnen sitzen nicht etwa im Silicon Valley, sondern in Deutschland, in Österreich und in der Schweiz. Management-Vordenker Hermann Simon prägte den Begriff für die Top-Mittelständler in Nischenmärkten bereits vor 30 Jahren, doch vieles hat sich seither verändert. Nach dem Export-Boom in den Jahren 1990–2010 sehen die Unternehmen sich heute vor großen neuen Herausforderungen: Direktinvestitionen verdrängen den Export, die Warenströme weichen zunehmend digitalen Dienstleistungen, das Thema Nachhaltigkeit bietet Chancen, erfordert aber ein Umdenken. Wie steht es um die Zukunftsaussichten der »Heimlichen Gewinner«, und welche Strategien und neuen Spielregeln bringen sie weiter angesichts der wachsenden Wirtschaftsmacht Chinas?

Empfehlungen aus unserem Antiquariat

Edition Minerva: Tsingtau

Tsingtau – Ein Kapitel deutscher Kolonialgeschichte in China 1897–1914

Hans Martin Hinz & Christoph Lind (Hrsg.)
Edition Minerva (1998)
220 Seiten, 70,00 €

Christa-Maria Zimmermann: Hundert Tage bis Lhasa

Hundert Tage bis Lhasa

Christa-Maria Zimmermann
Arena Verlag (2004)
290 Seiten, 14,00 €

Helmut Peters: Auf der Suche nach der Furt

Auf der Suche nach der Furt – Die VR China aus dem Mittelalter zum Sozialismus

Helmut Peters
Neue Impulse Verlag (2009)
580 Seiten, 48,00 €

Edition Freie Kultur Aktion: Rikscha-Kuli

Rikscha-Kuli. Comic nach Lao She

Edition Freie Kultur Aktion (1996)
86 Seiten, 8,00 €

Lin Yutang: Lady Wu

Lady Wu – Das ungewöhnliche Leben einer Kaiserin

Lin Yutang
Deutscher Bücherbund (o. J., ca. 1960)
319 Seiten, 49,00 €

Aktuelle Buchempfehlungen – Oktober 2021

Björn Alpermann: Xinjiang

Xinjiang – China und die Uiguren

Björn Alpermann
Würzburg University Press (2021)
276 Seiten, 29,80 €

Der Verlag über das Buch

Die Situation in Chinas nordwestlicher Region Xinjiang hat in den letzten Jahren zunehmende internationale Aufmerksamkeit erfahren. Berichte über Masseninternierungen von Uiguren und anderen ethnischen Gruppen in Umerziehungslagern, Zwangsarbeit, Zwangssterilisation und weitere Menschenrechtsverletzungen beherrschen die Schlagzeilen und belasten die Beziehungen zwischen China und seinen Kritikern. Die chinesische Regierung rechtfertigt ihr Vorgehen hingegen als Kampf gegen Terrorismus, islamistischen Extremismus und ethnischen Separatismus. „Xinjiang – China und die Uiguren“ präsentiert erstmalig in deutscher Sprache eine tiefergehende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit diesem kontroversen Thema. Prägnant und anschaulich führt der erste Teil des Buchs in die komplexe Geschichte der Region ein. Der zweite Teil stellt die Entwicklungen im 21. Jahrhundert dar. Hierbei zeigt sich ein facettenreiches Bild der sozioökonomischen Entwicklung, der ethnischen Identität sowie der Sprach- und Religionspolitik. Der dritte Teil hinterfragt die gängigen Deutungen des Xinjiang-Konflikts, analysiert Proteste und Terrorismus ebenso wie die staatlichen Repressionsmaßnahmen und die internationale Dimension der Auseinandersetzung. Quellennah, basierend auf den Ergebnissen der neuesten Forschung und in einem unaufgeregten Ton vermittelt „Xinjiang – China und die Uiguren“ ein ausgewogenes Bild der aktuellen Konflikte.

Wang Rong et al: Unter dem Baum auf einen Hasen warten

Unter dem Baum auf einen Hasen warten – Chinesische Sprichwortgeschichten

Wang Rong et al.
Drachenhaus Verlag (2021)
36 Seiten, 7,00 €

Der Verlag über das Buch

Chengyu sind chinesische Redewendungen mit einer moralischen oder philosophische Botschaft. Sie sind ein wichtiger Teil der chinesischen Sprachkultur und werden sogar an Schulen unterrichtet. 3000 Chengyu werden häufig verwendet, geschätzte 50.000 gibt es.

In unserer Sprachlehrreihe „Level“ stellen wir die gebräuchlichsten Redewendungen vor. Die zweisprachigen Texte mit Pinyin-Umschrift bieten die Möglichkeit, die Sprachfähigkeiten zu verbessern und gewähren tiefe Einblicke in Chinas großen Schatz an Volksweisheiten.

Die QR-Codes im Buch führen zu Audio-Dateien mit den von Muttersprachlern vorgelesenen Geschichten!

Erika Fatland: Hoch oben

Hoch oben – Eine Reise durch den Himalaya

Erika Fatland
Suhrkamp Verlag (2021)
636 Seiten, 20,00 €

Der Verlag über das Buch

Die preisgekrönte Bestsellerautorin Erika Fatland zieht es nach ihren Reisen durch das wilde Sowjetistan und entlang der russischen Grenze nun in das höchste Gebirge der Welt. Für Hoch oben reiste sie durch den gesamten Himalaya von Pakistan nach Myanmar, über Nepal, Indien, Tibet und Bhutan. Hier begegnet sie Menschen, die ihr Leben in schwindelnder Höhe unter den widrigsten klimatischen Bedingungen bestreiten. Wie diese Menschen damit umgehen und was sie dort hält, erzählt Erika Fatland in diesem aufregenden und kenntnisreichen Reisebericht.

Hugh Amano & Sarah Becan: Dumplings für alle!

Dumplings für alle! Ein Kochbuch über asiatische Teigtaschen

Hugh Amano & Sarah Becan
Verlag Antje Kunstmann (2021)
208 Seiten, 24,00 €

Der Verlag über das Buch

Dumplings, die in allen asiatischen Kochkulturen verbreiteten Teigtaschen, werden immer beliebter: Dieses illustrierte Kochbuch serviert authentische Rezepte für japanische Gyoza, chinesische Jiaozi, koreanische Mandu und viele mehr. Eine Liebeserklärung an ein Essen, von dem man nie genug kriegen kann.

Das neue Buch von Chef Hugh Amano und Illustratorin Sarah Becan lädt in die weite Welt der Teigtaschen aus diversen asiatischen Kochkulturen ein: Die kulinarische Reise geht von Gyoza aus Japan, Jiaozi, Wonton, Siu Mai und diversen Baozi aus China, Mandu aus Korea über tibetische Momos und mongolische Buuz bis zu den süßen Kaya Baozi aus Malaysia und Num Kom aus Kambodscha.

Dieses detailreich illustrierte, kompetente und dabei äußerst zugängliche Kochbuch wird Neueinsteigern ebenso viel Vergnügen bereiten wie erfahrenen Köchen. Geschichte – und Geschichten – der Teigtaschen finden darin ebenso Platz wie die passenden Teige, die diversen klassischen Formen und die dazugehörigen Falttechniken, die aromatischen Füllungen und die Zubereitungsmöglichkeiten.

Martin Krieger: Geschichte des Tees

Geschichte des Tees – Anbau, Handel und globale Genusskulturen

Martin Krieger
Böhlau Verlag (2021)
302Seiten, 35,00 €

Der Verlag über das Buch

In der Teetasse spiegeln sich zwei Jahrtausende Weltgeschichte wider. Schon früh ein Getränk am chinesischen Kaiserhof und in buddhistischen Klöstern, eroberte der Tee seit dem 17. Jahrhundert Europa. Die Mediziner versprachen sich von ihm Gesundheit und ein langes Leben, am gepflegten Teetisch wurde er wiederum zum Inbegriff höchster Genussfreude. Auch die Deutschen lernten ihn kennen und schätzen. Nicht nur in Ostfriesland, sondern ebenso in Hamburg, Berlin, Weimar und Baden Baden verspricht der Tee bis heute Genuss und Lebensfreude. Das Buch schildert in lebendiger Sprache Anbau, Handel und Konsum eines einzigartigen Getränks. Ebenso hinterfragt es die sich immer noch um den Tee rankenden Legenden. Es liefert einen umfassenden Überblick von den frühesten Anfängen in Asien bis in die Gegenwart und beleuchtet ausführlich die Entwicklung des Teegenusses in Deutschland.

An Yu: Unter Wasser atmen

Unter Wasser atmen. Roman

An Yu
dtv Verlagsgesellschaft (2021)
224 Seiten, 20,00 €

Der Verlag über das Buch

Ein Tauchgang zum Ursprung unserer Gefühle

Eines Herbstmorgens findet Jia Jia ihren Mann leblos in der halbvollen Badewanne. Neben ihm liegt die Zeichnung einer rätselhaften Kreatur: halb Fisch, halb Mann. Obwohl der Tod ihres Mannes das Ende einer unglücklichen Ehe und den Beginn einer neuen Freiheit bedeutet, lässt Jia Jia diese Zeichnung nicht mehr los. Der Fischmann verfolgt sie in ihrem einsamen Alltag in der Millionenmetropole Peking und in ihren Träumen. Um seine Bedeutung zu entschlüsseln, begibt Jia Jia sich auf eine Spurensuche, die wertvolle Begegnungen mit sich bringt und sie bis ins Landesinnere Tibets führt – und in die Tiefen ihres eigenen Bewusstseins.

Can Xue: Liebe im neuen Jahrtausend

Liebe im neuen Jahrtausend. Roman

Can Xue
Matthes & Seitz Berlin (2021)
420 Seiten, 26,00 €

Der Verlag über das Buch

»Wenn es eine chinesische Kandidatin für den Nobelpreis gibt, dann ist es sicher Can Xue.« Susan Sontag

Wei Bo irrlichtert durch eine Welt ständiger erotischer Verfügbarkeit, in der er zum Spielball in einer geheimnisvoll matriarchal kontrollierten Gesellschaft wird. Vier Frauen dominieren seine Welt, in der sich alle in permanenter Überwachung befinden, in der Informanten in Blumenbeeten lauern und es vor falschen Berichten wimmelt. Verschwörungen wuchern an allen Ecken und Enden dieser Gesellschaft, die Paranoia und Misstrauen schürt. Manche versuchen zu fliehen – sei es in ein mysteriöses Wellnesshotel oder in die Häuser der Ahnen, die nur unterirdisch durch schlammige Höhlen, Abwasserkanäle und Tunnel erreicht werden können. Andere suchen die Zuflucht in einer Stadt namens Chao, wo traditionelle chinesische Heilpflanzen es ermöglichen, zu einem neuen Selbst zu finden, und versprechen, die Welt etwas glücklicher werden zu lassen. Jedes Leben wird hier von tief vergrabenen Geheimnissen und surrealen Trugbildern heimgesucht.

Can Xues meisterhaft erzählte Liebesgeschichte ist eine düster-groteske Farce aus dem heutigen China. Sie zeigt die vielen Gesichter der Liebe – satirisch, tragisch, vergänglich, absurd und erfüllend – vor einer Kulisse aus Kommerz und Industrie, Betrug und Ausbeutung.

Alexander Görlach: Brennpunkt Hongkong

Brennpunkt Hongkong – Warum sich in China die Zukunft der freien Welt entscheidet

Alexander Görlach
Hoffmann und Campe Verlag (2021)
176 Seiten, 14,00 € (Taschenbuchausgabe)

Der Verlag über das Buch

Sollte es uns Hoffnung machen, dass die Menschen in Hongkong für die Demokratie ihr Leben aufs Spiel setzen? Oder wird dort der globale Sieg der Autokratie besiegelt?

Egal ob in Amerika, Europa oder Asien: Überall auf der Welt erleben wir den Aufstieg von rechtem Populismus und autokratischen Systemen. Die Zukunft der Demokratie steht auf dem Spiel. Nirgendwo wird dies so deutlich wie in Hongkong. Wie verhält sich der Westen dazu? Stehen wir den Menschen bei? Oder knicken wir ein vor der wirtschaftlichen Macht Chinas?

Alexander Görlach kennt die Situation in Hongkong wie kaum ein anderer. Für ihn ist klar: Viele schauen mit Bewunderung auf die Prosperität Chinas und die vermeintlich schnelle Umsetzung von Entscheidungen. Doch in Hongkong wird deutlich, was ein Flirt mit autokratischen Staaten in Zukunft auch für uns bedeuten kann.

Jonas Cramby: China vegetarisch

China vegetarisch – 65 authentische Lieblingsgerichte von Shanghai bis Chinatown NY

Jonas Cramby
Christian Verlag (2021)
208 Seiten, 24,99 €

Der Verlag über das Buch

Dass die asiatische Küche viel Erfreuliches für Vegetarier zu bieten hat, ist hinlänglich bekannt. China hatte man in dieser Hinsicht allerdings bisher kaum auf dem Schirm. Dabei eignet sich kaum eine Küche so gut für vegetarische Rezepte wie die chinesische! Die Aromenvielfalt chinesischen Essens ist einfach unvergleichlich: Vom würzigen Mapo Tofu oder klassischem Hotpot aus Sichuan über kantonesischen Claypot Rice bis hin zum frittierten Blumenkohl aus New Yorks Chinatown – mehr Geschmack geht nicht!

Nicola Spakowski: China seit 1978

China seit 1978 – Politik, Wirtschaft, Gesellschaft

Nicola Spakowski
Kohlhammer Verlag (2021)
184 Seiten, 29,00 €

Der Verlag über das Buch

Nachdem sich China im Jahr 1978 eine Politik von „Reform und Öffnung“ zum Ziel gesetzt hatte, durchlief das Land eine beeindruckende Entwicklung. Von einem Entwicklungsland hat es sich zur zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt vorgearbeitet und den durchschnittlichen Lebensstandard der Bevölkerung beträchtlich erhöht. Nicola Spakowski zeigt fundiert auf, wie es den Nachfolgern von Mao Zedong gelungen ist, das Land aus der Isolation herauszuführen, Reformen anzustoßen und das politische und ökonomische System unablässig an immer neue Herausforderungen anzupassen. Sie stellt die Besonderheiten der chinesischen Politik, Wirtschaft und Gesellschaft dar und erklärt die Probleme und Konflikte, die mit der fundamentalen Umgestaltung des Landes einhergehen.

Aktuelle Buchempfehlungen – September 2021

Annette Morheng: China - Harmonie der Farben

China – Harmonie der Farben

Annette Morheng
teNeues Verlag (2021)
176 Seiten, 39,90 €

Der Verlag über das Buch

China in unbekannten, leisen und fröhlichen Tönen. Unvoreingenommen richtet die Luxemburger Fotografin und Reisejournalistin Annette Morheng ihre Kamera seit vielen Jahren auf den authentischen Alltag im Reich der Mitte – einem Land, in dem Tradition und Fortschritt aufeinanderprallen. Ihre Bilder erzählen von Menschen, Dörfern und Hutongs, von Tempeln und Wolkenkratzern, von Natur und Megametropolen. Sie zeigt, wie die Menschen in China mit den rasanten Veränderungen umgehen und Brauchtum mit Internationalität verknüpfen. Erfrischend beschreibt die Autorin Unbekanntes und lässt uns lebhaft an ihren Reisen in die entlegensten Provinzen zu den unterschiedlichsten Ethnien teilnehmen. Ein neues natur-, kultur- und menschenliebendes Chinabild!

Christine Maiwald: Das schwierige schöne Leben

Das schwierige schöne Leben. Ein deutscher Kaufmann in Shanghai 1906 bis 1952

Christine Maiwald
Dölling und Galitz Verlag (2021)
670 Seiten, 29,90 €

Der Verlag über das Buch

Hermann W. Breuer (1884–1973) ging 1906, mit 22 Jahren, für das Bremer Übersee-Haus Melchers & Co. als Kaufmann nach Shanghai und empfand sich bald als »Sohn des Reiches der Mitte«. Seine Geschichte steht exemplarisch für das schwierige schöne Leben der deutschen Kaufleute in der internationalen Handelsmetropole Shanghai während der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Sie beginnt in einer Zeit kolonialer Ansprüche und endet mit dem Neubeginn des deutsch-chinesischen Austauschs, den Breuer als Vorsitzender des Ostasiatischen Vereins Bremen mit prägte. Unterhaltsam und mit großer Kenntnis wird erzählt vom Reisen und Alltagsleben in China, von Fahrten mit der Transsibirischen Eisenbahn und auf Ozeandampfern, von neuen Kommunikationsmitteln, von Briten, Amerikanern und Chinesen, die Breuer im Job, in Clubs, beim Sport begegneten.

Stephan Thome: Pflaumenregen

Pflaumenregen. Roman

Stephan Thome
Suhrkamp Verlag (2021)
526 Seiten, 25,00 €

Der Verlag über das Buch

Taiwan in den 1940er Jahren, am Ende der japanischen Kolonialzeit. Während der Pazifische Krieg unaufhaltsam näher rückt, wächst die achtjährige Umeko behütet in einer Kleinstadt im Norden der Insel auf. Sie ist stolz auf ihr gutes Japanisch und himmelt ihren älteren Bruder an, der der Star des örtlichen Baseballteams ist. Als die Armee jedoch am Ortsrand ein Lager für ausländische Kriegsgefangene einrichtet, gerät ihr Leben in einen Strudel aus Schuld und Verbrechen, der die Familie siebzig Jahre später immer noch gefangen hält.

Stephan Thomes neuer Roman ist eine Liebeserklärung an seine Wahlheimat Taiwan und den zähen Überlebenswillen ihrer Bewohner. Pflaumenregen entfaltet ein berührendes historisches Panorama, in dessen Zentrum eine familiäre Tragödie steht. Gleichzeitig zielen die darin aufgeworfenen Fragen auf unsere eigene zerrissene Gegenwart: Was stiftet Zugehörigkeit, wenn persönliche und nationale Identität viel weniger eindeutig sind, als wir glauben? Wie viel wissen wir von denen, die uns am nächsten stehen? Was wissen wir wirklich über uns selbst?

Hugh Amano & Sarah Becan: Dumplings für alle!

Dumplings für alle! Ein Kochbuch über asiatische Teigtaschen

Hugh Amano & Sarah Becan
Verlag Antje Kunstmann (2021)
208 Seiten, 24,00 €

Der Verlag über das Buch

Dumplings, die in allen asiatischen Kochkulturen verbreiteten Teigtaschen, werden immer beliebter: Dieses illustrierte Kochbuch serviert authentische Rezepte für japanische Gyoza, chinesische Jiaozi, koreanische Mandu und viele mehr. Eine Liebeserklärung an ein Essen, von dem man nie genug kriegen kann.

Das neue Buch von Chef Hugh Amano und Illustratorin Sarah Becan lädt in die weite Welt der Teigtaschen aus diversen asiatischen Kochkulturen ein: Die kulinarische Reise geht von Gyoza aus Japan, Jiaozi, Wonton, Siu Mai und diversen Baozi aus China, Mandu aus Korea über tibetische Momos und mongolische Buuz bis zu den süßen Kaya Baozi aus Malaysia und Num Kom aus Kambodscha.

Dieses detailreich illustrierte, kompetente und dabei äußerst zugängliche Kochbuch wird Neueinsteigern ebenso viel Vergnügen bereiten wie erfahrenen Köchen. Geschichte – und Geschichten – der Teigtaschen finden darin ebenso Platz wie die passenden Teige, die diversen klassischen Formen und die dazugehörigen Falttechniken, die aromatischen Füllungen und die Zubereitungsmöglichkeiten.

Marko Martin: Die letzten Tage von Hongkong

Die letzten Tage von Hongkong

Marko Martin
Tropen Verlag (2021)
320 Seiten, 22,00 €

Der Verlag über das Buch

2019/2020 – Zwischen den Jahren ist Marko Martin mit seinem Partner in Hongkong. Am Neujahrstag nimmt er an den Protesten der Demokratiebewegung teil. Es werden die Letzten sein. Gleichzeitig machen Nachrichten von einem neuartigen Virus die Runde. Das intime Porträt einer Stadt, die in wenigen Tagen alle Freiheit verliert. Was kann Literatur dagegen setzen? Vielleicht ihr Insistieren auf Gedächtnis und die Freiräume unzensierter Reflexion.

K-Ming Chang: Bestiarium

Bestiarium. Roman

K-Ming Chang
Hanser Verlag (2021)
288 Seiten, 24,00 €

Der Verlag über das Buch

K-Ming Chang erzählt in ihrem elektrisierendem Debüt von queerer Liebe, Migration und Familie entlang von drei Generationen taiwanisch-amerikanischer Frauen in den USA. Eine Familie gräbt im Garten nach Gold. Es soll der Türöffner sein, um ihr altes Leben in Taiwan hinter sich zu lassen. Doch der verheißungsvolle Traum vom Leben in Arkansas kann die Familie nicht vor den Traumata bewahren, die sie stets mit sich trägt. Eine Generation später in Kalifornien gräbt eine Tochter nach den Geschichten ihrer Herkunft und findet anarchische Briefe ihrer Großmutter. Die Figuren in K-Ming Changs Roman feiern die Kraft des Erzählens: Wild entschlossen spinnen sie die Mythen ihrer Vergangenheit fort und erschaffen sich so neue Wurzeln und eine ganz eigene Identität. Bestiarium pulsiert vor Lebendigkeit. Ein elektrisierendes Debüt!

Bei Dao: Das Stadttor geht auf

Das Stadttor geht auf. Eine Jugend in Peking

Bei Dao
Hanser Verlag (2021)
336 Seiten, 25,00 €

Der Verlag über das Buch

Der weltberühmte Dichter Bei Dao, der nach Protesten auf dem Platz des Himmlischen Friedens des Landes verwiesen wurde, erinnert sich: an seine Kindheit in Peking und seine turbulente Jugend während der Kulturrevolution, an die berauschende und festliche Stimmung dieser Zeit, an die Roten Garden, denen er sich als Siebzehnjähriger anschloss. Das intim Familiäre und das lärmend Politische, die Begeisterung und die Ernüchterung, das Feiern, auf das die Hungersnot folgt: All dies erzählt Bei Dao in seinem einzigartigen Erinnerungsbuch, in dem er seine verlorene Stadt mit all ihren Empfindungen, Gerüchen und Geräuschen aufleben lässt, „um das Peking von heute zu widerlegen.“

Empfehlungen aus unserem Antiquariat

Hpng Lou Meng - Der Traum der roten Kammer

Hóng Lóu Mèng (红楼梦 – „Der Traum der roten Kammer“; in chinesischer Sprache)

2 Bände (1993)
1418 Seiten, 36,00 €

Masterworks of Chinese Porcelain in the National Palace Museum, Supplement

4 Bände herausgegeben vom National Palace Museum Taipei:

Masterpieces of Chinese Seals in the National Palace Museum (1974), 39,00 €
Masterworks of Chinese Porcelain in the National Palace Museum, Supplement (1973), 29,00 €
Masterpieces of Chinese Bronze Mirrors in the National Palace Museum (1971), 39,00 €
Select Chinese Rare Books and Historical Documents in the National Palace Museum (1971), 39,00 €

Aktuelle Buchempfehlungen – August 2021

Maos langer Schatten – Chinas Umgang mit der Vergangenheit

Daniel Leese
C.H.Beck Verlag (2020)
606 Seiten, 38,00 €

Der Verlag über das Buch

Wie kann sich eine Diktatur mit dem Erbe von Unrecht und Staatsverbrechen auseinandersetzen, die unter ihrer Herrschaft begangen wurden? Mit dieser Frage sah sich die Kommunistische Partei Chinas nach dem Tod Mao Zedongs im Jahr 1976 konfrontiert. Gestützt auf eine Vielzahl bislang unbekannter Dokumente entwirft der Freiburger Sinologe Daniel Leese ein breit angelegtes Panorama der chinesischen Politik und Gesellschaft in der kritischen Umbruchphase zwischen 1976 und 1987.

Die Massenkampagnen des «Großen Vorsitzenden» Mao Zedong hatten horrende Opferzahlen gefordert und die Volksrepublik China an den Rand eines Bürgerkriegs geführt. Unter seinen Nachfolgern begann die Kommunistische Partei ein großangelegtes Experiment historischer Krisenbewältigung. Millionen politisch Verfolgte wurden rehabilitiert, Entschädigungszahlungen geleistet und Täter vor Gericht gestellt, allen voran die «Viererbande» um Maos Frau Jiang Qing. Das Ziel bestand darin, einen Schlussstrich unter die Geschichte zu ziehen und alle Energien auf die wirtschaftliche Reformpolitik zu lenken. Aber die Schatten der Vergangenheit ließen sich nicht so einfach bannen. Gestützt auf eine Vielzahl bislang unbekannter Quellen – von vormals geheimen Reden der Parteiführung bis zu Petitionsschreiben einfacher Bürger – zeichnet Daniel Leese ein hochdifferenziertes Bild der Dekade nach Mao Zedongs Tod. Die Auswirkungen dieses Ringens um historische Gerechtigkeit sind in der chinesischen Politik und Gesellschaft bis heute spürbar.

Das Buch war nominiert für den deutschen Sachbuchpreis 2021.

Sehnsucht nach Shanghai. Roman

Luo Lingyuan
Ebersbach & Simon (2021)
320 Seiten, 24,00 €

Der Verlag über das Buch

Eine leidenschaftliche Liebe in Shanghai
Shanghai 1935: Klug, schön und unkonventionell, passt die amerikanische Journalistin Emily Hahn perfekt in die schillernde Stadt der Abenteurer, Dichter und Dandys. Mit ihrem Gibbon Mr Mills ist sie stets Mittelpunkt der mondänen Dinnerpartys von Victor Sassoon, ihre China-Reportagen für den New Yorker sind ein Riesenerfolg. Als sie den attraktiven Lyriker und Verleger Zau Sinmay kennenlernt, ist es Liebe auf den ersten Blick – und der Beginn einer leidenschaftlichen Affäre. Durch ihn bekommt sie Zugang zur gehobenen chinesischen Gesellschaft und die einmalige Chance, eine Biografie über die berühmten Soong-Schwestern zu schreiben. Doch schon bald werfen die politischen Ereignisse ihre Schatten voraus … Ein bewegender Roman über eine Frau, die unbeirrt ihren Weg geht, und zugleich eine spannende Zeitreise in das Shanghai der wilden Dreißigerjahre.

„Wann immer sich mir die Gelegenheit bot, habe ich bewusst den Weg eingeschlagen, der ins Ungewisse führte.“ Emily Hahn

Der Schwur der Adlerkrieger (Die Legende der Adlerkrieger Band 2)

Jing Yong
Heyne Verlag (2021)
560 Seiten, 16,99 €

Der Verlag über das Buch

Kaum in der Jin-Hauptstadt Zhongdu angekommen, erfährt der tapfere Kung-Fu-Kämpfer Guo Jing nicht nur die Wahrheit über den gewaltsamen Tod seines Vaters, sondern findet auch noch heraus, dass er gegen seinen Willen gleich zwei Frauen versprochen ist. Dabei gehört sein Herz doch der schönen Rebellin Huang Rong! Gemeinsam mit ihr macht er sich auf die gefährliche Reise durch China, um das seit Langem verschollene Buch Der Wahre Weg der Neun Yin zu finden. Mit dieser Schrift kann jeder Kung-Fu-Künstler unbesiegbar werden, und sollte sie in den falschen Händen landen, wäre das Schicksal des ganzen Reiches besiegelt …

Qingjing Jing – Das Buch der Klarheit und Ruhe

Chinesisch/Deutsch
Kalligraphie, Übers. und Komm. von Hsing-Chuen Schmuziger-Chen
Reclam Verlag (2021)
104 Seiten, 20,00 €

Der Verlag über das Buch

Das Qingjing Jing ist ein Werk von großer sprachlicher Klarheit und spiritueller Tiefe. Der kurze, anonyme Text in Versform aus dem 7./8. Jahrhundert gilt als eine der wichtigsten Schriften des Daoismus, dessen zentrale Elemente er mit buddhistischem Gedankengut verbindet. Das Buch der Klarheit und Ruhe widmet sich dem menschlichen Sein wie der Ordnung des Kosmos und ist deutlich zugänglicher als das im Westen weitaus bekanntere Daodejing des Laozi.

Die deutsche Übersetzung von Hsing-Chuen Schmuziger-Chen fußt erstmals auf dem chinesischen Urtext und nicht, wie üblich, auf englischen Fassungen. In einem knappen Kommentar erläutert sie Kernbegriffe und gibt Hinweise für ihre lebenspraktische Anwendung. Ihre Kalligraphien bannen Rhythmus und Bewegung des Textes in kunstvoll fließende Bewegung.

Qianziwen – Der 1000-Zeichen-Klassiker

Xingsi Zhou, übers. und komm. von Eva Lüdi Kong
Reclam Verlag (2021)
128 Seiten, 8,00 €

Der Verlag über das Buch

Den 1000-Zeichen-Klassiker konnte über 1000 Jahre jeder, der lesen und schreiben lernte, auswendig; er vermittelt die Grundzüge konfuzianischer Ethik und Bildung.

Empfehlungen aus unserem Antiquariat

Eisenbahnkursbuch der chinesischen Eisenbahn von 1965 – verkauft

Verlag unbekannt
141 Seiten, 25,00 €
Innen tadellos, Umschlag mit Gebrauchsspuren

Telefonbuch von Peking von 1965 – verkauft

Verlag unbekannt
183 Seiten, 25,00 €
Innen tadellos, Umschlag mit Gebrauchsspuren

Woodcuts of War-Time China 1937–1945 – verkauft

Compiled by the Chinese Woodcutters’ Association
Kaiming Books Company Shanghai (1946)
160 Seiten, 170,00 €
Innen tadellos, Papier nachgedunkelt, Umschlag vorne mit Gebrauchsspuren

1000 Modern Songs From Hollywood – verkauft

Modern Screen Song Corp. Shanghai (1939)
351 Seiten, 28,00 €
Die ersten Seiten mit  leichten Stockflecken, sonst sauber; grüner, sehr stark abgenutzter Einband

An Official Guide to Eastern Asia Vol. IV – China – verkauft

The Imperial Japanese Government Railways Tokyo, Japan (1915)
414 Seiten, 45,00 €
Einband tadellos, oberer Schnitt Goldschnitt,  Bindung nicht mehr ganz gerade, leicht angestaubt im  Seitenschnitt, auf Seite 2 eingeklebtes Preisschild des letzten Ladens in Peking; Karte fehlt

马克思恩格斯文集 – Gesammelte Werke von Marx und Engels

Sprache: Chinesisch
Beijing (2009)
10 Bände, 150,00 €
Exzellenter Zustand

Aktuelle Buchempfehlungen – Juli 2021

Weiches Begräbnis

Fang Fang
Hoffmann und Campe Verlag (2021)
448 Seiten, 26,00 €

Der Verlag über das Buch

„Fesselnd wie ein Opiumrausch.“ Le Monde — Wer China verstehen will, sollte diesen Roman lesen: In ihrem zuerst gefeierten, dann verfemten Roman rührt Fang Fang an die Traumata der chinesischen Seele. Als „Weiches Begräbnis“ 2016 in China erscheint, wird der Roman als wichtigstes chinesisches Werk der letzten Jahrzehnte gefeiert und mit dem renommierten Literaturpreis Lu Yao ausgezeichnet. Doch als bei einer Parteizusammenkunft der Roman mit dem Vokabular der Kulturrevolution als „Giftpflanze“ verbrämt wird, verschwindet das Buch vom Markt. Denn Fang Fang rührt darin an ein unverarbeitetes Trauma der chinesischen Gesellschaft, die Landreform nach 1948, als Millionen Chines*innen hingerichtet und in „weichen Begräbnissen“, d. h. ohne Sarg, verscharrt wurden. In einem kleinen Dorf wird eine junge Frau halbtot aus einem Fluss gezogen, sie erinnert sich an nichts. Der Dorfarzt Dr. Wu rettet ihr das Leben, und sie beginnt ein neues: Sie wird Haushälterin des KP-Kaders vor Ort, heiratet ihren Retter Dr. Wu, und sie bekommen einen Sohn. Doch im Laufe der Jahre löst sich der schützende Kokon des Vergessens. Sie sind verdammt zu schweigen, denn das Schweigen schützt die Familie: auch dafür steht „weiches Begräbnis“, die Erinnerung so tief zu begraben, dass gefährliches Wissen für immer verlorengeht. Im Schatten dieses Traumas wächst ihr Sohn auf – doch alles ändert sich, als er beginnt, die Vergangenheit zu erforschen.

Leben und Sterben in China – 111 Fabeln nach 111 Zeichen

(Herbert) Schuldt
Verlag Matthes & Seitz Berlin (2021)
278 Seiten, 28,00 €

Der Verlag über das Buch

Die knappen Geschichten sind so schnell und plötzlich wie ein Kuss oder ein Niesen. Neben jeder Bildseite mit einem roten Zeichen steht die Fabel dazu. So entfaltet Schuldt Blitzkarrieren, Menschen am Abgrund, Draufgänger, die sich retten, beobachtet mit Witz, aufgezeichnet in mitleidloser Lakonie. Ein längst überfälliges Exercitium in Befindlichkeitsaustreibungen. In New York aus den Vokabeln in Lius Wörterbuch zu befremdlichen Abenteuern zusammengesetzt, erzeugen die ebenso verblüffenden wie behänden Texte ein gestaltreiches Kontinuum von Verwandlungen, einen Atlas unerhörter chinesischer Schönheit. Die Fabeln folgen der chinesischen Vorliebe, sich an den Ähnlichkeiten von Gestalt und Aussehen entlangzuhangeln, von einer Idee zur nächsten, zu verrückten Einfällen und garstigen Überraschungen. Ein Glossar führt den Leser durch den Irrgarten von den Wurzeln vor dreitausend Jahren bis in die Gegenwart der Zeichen.

China-Kompetenz in Deutschland und Deutschland-Kompetenz in China

Chunchun Hu, Hendrik Lackner, Thomas Zimmer Hrsg.
Springer Verlag (2021)
360 Seiten, 54,99 €

Der Verlag über das Buch

Das Buch ist die erste Publikation zum Thema und spiegelt nicht nur das Denken der akademischen Welt und praktische Erfahrungen wider, sondern entspricht auch dem derzeitigen Zeitgeist im Sinne der kulturellen Identität. Es greift den vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eingeführten Länderkompetenz-Begriff auf und versucht, die gegenseitige Wahrnehmung, den Dialog und Austausch zwischen China und Deutschland im 21. Jahrhundert aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten.

Geschichte des modernen China – Von der Qing-Dynastie bis zur Gegenwart

Klaus Mühlhahn
C.H. Beck (2021)
760 Seiten, 39,95 €

Der Verlag über das Buch

Selbst elementare Kenntnisse der Geschichte Chinas sind hierzulande noch immer Mangelware. Klaus Mühlhahn beschreibt in seiner umfassenden Darstellung, wie sehr das Land auf seinem Weg von der gedemütigten Halbkolonie zur globalen Supermacht unserer Tage von der eigenen Vergangenheit geprägt wurde. Denn Chinas holpriger Weg in die Moderne ist nicht nur als eine Aufholjagd gegenüber dem Westen zu verstehen, sondern als ein großes Ringen um eine eigenständige chinesische Moderne. Wer Chinas phänomenalen Aufstieg, seine Widersprüche und Gegensätze begreifen will, der kommt an diesem grundlegenden Werk nicht vorbei.

Chinas Geschichte seit dem späten 17. Jahrhundert ist durchzogen von Krisen, Reformen, Revolutionen und Kriegen. Zugleich aber hat das Land stets eine hohe Widerstandsfähigkeit und Beharrlichkeit bewiesen. Selbst im „Jahrhundert der Erniedrigung“, als europäische Kolonialmächte das Sagen hatten, konnte es eine halbsouveräne Stellung behaupten. Klaus Mühlhahn schildert in seinem großen Buch auf dem neuesten Stand der Forschung Chinas Geschichte von der Qing- Dynastie bis zu Xi Jinping und nimmt dabei von der Politik über die Gesellschaft bis zur Wirtschaft und Umwelt alle Felder detailliert in den Blick. Der Schlüssel seiner Interpretation sind die chinesischen Institutionen, die seit Konfuzius über alle Regime und Machthaber hinweg auf die jeweiligen Umstände reagiert und sie zugleich mit ihrem enormen eichtum an Ideen und Modellen bis in die heutige Gegenwart mitgestaltet haben.

Xi Jinping – Der mächtigste Mann der Welt

Stefan Aust, Adrian Geiges
Piper Verlag (2021)
288 Seiten, 22,00 €

Der Verlag über das Buch

China wächst weiter unaufhaltsam, ist aus der Corona-Pandemie sogar noch gestärkt hervorgegangen. Der Westen hingegen versinkt in Krise und Chaos. Mächtigster Mann der Welt ist heute nicht mehr der Präsident der USA, sondern Xi Jinping, Generalsekretär der Kommunistischen Partei und Staatspräsident Chinas. Wie funktioniert der Funktionär, der eine Machtfülle auf sich vereint wie vor ihm nur Mao? Welche Rolle spielt seine Frau Peng Liyuan, Chinas bekannteste Volkssängerin und Sonderbotschafterin der Weltgesundheitsorganisation (WHO)? Wie wurde er, wer er ist? Was hat er vor? Wie hält er es mit der Ökologie? Warum schafft er eine neue Seidenstraße? Was bedeuten seine Pläne für uns? Stefan Aust und Adrian Geiges zeichnen das faszinierende Porträt einer Persönlichkeit, die unser aller Leben beeinflusst.

Architekturführer Peking. Wohnquartiere, Tempel und Industriebauten: Chinas Hauptstadt im Wandel

Frédéric Schnee
DOM publishers (2021)
576 Seiten, 48,00 €

Der Verlag über das Buch

Tempel, Industriebauten und Wohnquartiere: Von der Kaiserzeit bis in die Gegenwart werden Architektur und Städtebau in der Komplexität Pekings sichtbar. Abseits touristischer Pfade zeichnet Architekt und Autor Frédéric Schnee den Wandel von einer ganzheitlich konzipierten Kaiserstadt zur internationalen Megalopolis Jing-Jin-Ji nach.

Die fast 150 Bauten und Projekte beginnen mit den buddhistischen und taoistischen Tempeln aus der Kaiserzeit, die für das städtische Leben in der frühen Neuzeit maßgeblich waren. Einen weiteren Fokus legt das detailreiche Buch auf die Architektur aus den Anfangsjahren der Volksrepublik China und somit die Bauzeugnisse jenes Experiments, das Peking zu einer Produktionsstadt transformieren wollte. Bei den aktuellen Bauten fokussiert Frédéric Schnee auf Projekte junger chinesischer Architekten und zeigt, wie sich eine neue Generation auf die selbstbewusste Suche nach einer originär chinesischen Baukunst macht.

Bei dem Architekturführer Peking handelt es sich um eine der umfangreichsten deutschsprachigen Publikationen zur Architektur in der chinesischen Hauptstadt. Zahlreiche Abbildungen werden erstmals außerhalb Chinas veröffentlicht.

Die ewige Supermacht – Eine chinesische Weltgeschichte

Michael Schuman
Propyläen Verlag (2021)
512 Seiten, 26,00 €

Der Verlag über das Buch

Wieso ignoriert China westliche Werte wie Freiheit, Demokratie und Menschenrechte? Warum verhält es sich anderen Staaten gegenüber desto übergriffiger, je stärker seine Wirtschaft wird? Die Antwort darauf steckt in Chinas großer Geschichte und seinem Anspruch, alleinige Supermacht zu sein. Über Jahrtausende hinweg verfügte das Reich der Mitte über das stärkste Militär, die florierendste Wirtschaft und den größten wissenschaftlichen und kulturellen Einfluss in seiner Region. Die Weltgeschichte stellt sich aus Chinas Sicht also völlig anders dar als jene, die den westlichen Kanon bestimmt – und hieraus speist sich Chinas Verständnis davon, wie man als Supermacht mit Menschen und anderen Staaten umgeht. In diese Position der Stärke will es zurück, nach Jahrzehnten, in denen das Land durch die westliche Kolonialpolitik und den importierten Kommunismus vorübergehend in seine Schranken gewiesen war. Michael Schuman erzählt Chinas komplexe Historie: von großen Dynastien und faszinierenden Persönlichkeiten, epischen Konflikten und einflussreichen Denkern. Er macht deutlich: China hat sich stets als alleinige Weltmacht gesehen, nach der die anderen sich ausrichten. Es geht nicht um die Frage, ob China die Welt wieder beherrscht, sondern wann und wie.

Die Entdeckung des chinesischen Buddhismus. Walter Liebenthal (1886–1982): Ein Forscherleben im Exil

Mechthild Leutner, Roberto Liebenthal
Berliner Chinastudien 57, LIT Verlag (2021)
480 Seiten, 69,90 €

Der Verlag über das Buch

Walter Liebenthal, Sinologe, Indologe und Philosoph, war ein Pionier bei der Entdeckung des spezifisch chinesischen Buddhismus als eigenständiges Forschungsfeld. Im vorliegenden Band werden erstmals die Genese seiner sino-buddhistischen Forschungen und deren Verortung im chinesischen Kontext ebenso wie die indischen Einflüsse aufgearbeitet. Liebenthals wissenschaftliches Schaffen ist eng verflochten mit dem politisch-gesellschaftlichen und dem persönlich-familiären Kontext. Hier kommt seiner Frau Charlotte Oenike eine wichtige Rolle zu.

Langjährige Exilerfahrungen in China (1933–1952) und Indien (1952–1959) schlugen sich in Liebenthals fachlichen Ideen und philosophischen Theorien nieder: Sie ermöglichten inter- und transkulturelle Einflüsse, bedeuteten aber auch den Verlust individueller und akademischer Heimat.

Auf Grundlage umfassender persönlicher Zeugnisse und von Archivmaterial wird hier beispielhaft das Verhältnis von Politik und Ideologie ausgelotet und aufgezeigt, wie materielle Lebensumstände und politisch-gesellschaftlicher Kontext die Wissensproduktion beeinflussen.

New York Ghost. Roman

Ling Ma
CulturBooks Verlag (2021)
360 Seiten, 23,00 €

Der Verlag über das Buch

Candace Chen treibt recht ziellos durch ihr New Yorker Leben. Tagsüber arbeitet sie in einem Büroturm in Manhattan – sie ist zuständig für die Herstellung von Bibeln in China – und abends sieht sie sich mit ihrem Freund in ihrem Kellerappartement Filme an. Seit ihre Eltern, mit denen sie als Kind aus China in die USA eingewandert ist, vor nicht allzu langer Zeit gestorben sind, hat sie genug von jeder Form der Unsicherheit. So hingebungsvoll folgt sie ihren täglichen Routinen, dass sie erst gar nicht bemerkt, wie tödliche Pilzsporen Virus über New York hereinbrechen – ins Land gekommen durch billige, in China hergestellte Konsumgüter. Auch durch ihre Bibeln! Das Shen-Fieber greift rasant um sich: Geschäfte schließen. U-Bahnen stehen still. Menschen fliehen. Ihre Chefs überzeugen sie mit der Aussicht auf eine große Prämie, im Büro die Stellung zu halten. Bald ist sie fast ganz allein in New York, fotografiert – noch immer ohne Fieber – die unheimliche, verlassene Stadt und stellt die Fotos auf ihren anonymen Blog NY Ghost.

Aber schließlich muss auch Candace die Stadt verlassen und schließt sich einer Gruppe Überlebender an – angeführt von dem machthungrigen IT-Techniker Bob. Sie machen sich auf zu einem Ort namens »Die Anlage«, wo sie, wie Bob verspricht, alles haben werden, was sie brauchen, um eine neue Gesellschaft zu begründen. Doch Candace trägt ein Geheimnis in sich, von dem sie weiß, dass Bob es ausnutzen wird. Soll sie vor ihrem Retter fliehen?

Ling Mas ungewöhnliches Debüt ist eine bewegende Familiengeschichte, ein schräges Roadmovie, eine originelle Endzeiterzählung, eine schwarzhumorige Satire über die Folgen unseres Konsumverhaltens – und nicht zuletzt eine aufrichtige Hommage an all die menschlichen Beziehungen, die erst dafür sorgen, dass sich unser Leben nicht in einem reinen Überlebenskampf erschöpft.

Aktuelle Buchempfehlungen – März 2021

Der Masterplan – Chinas Weg zur Hightech-Weltherrschaft

Stephan Scheuer
Herder Verlag (kartonierte Ausgabe)
224 Seiten, 14,00 €

Der Verlag über das Buch

Chinas Digitalkonzerne drängen nach Europa. Ob Netzausrüster Huawei, Online-Händler Alibaba oder Smartphone-Marke Xiaomi: Die Firmen weiten ihren Einfluss aus. Anfangs wurden sie begrüßt. Heute werden sie mit Sorge betrachtet. Die USA und deutsche Sicherheitsbehörden warnen, Huawei fungiere als Einfallstor für chinesische Spionage und Sabotage beim Echtzeitmobilfunk 5G. Der Konzern widerspricht. Der US-Präsident Donald Trump hat chinesischen Tech-Konzernen bereits einen digitalen Kalten Krieg erklärt.

Eine fundamentale Verschiebung des globalen Kräfteverhältnisses ist im Gange. China steigt zum internationalen Innovationstreiber auf. Die Hightech-Hersteller in Fernost blieben lange namenlos. Sie waren die billigen Auftragsfertiger. Heute beanspruchen sie selbst wichtige Märkte für sich – auch in Europa. Die USA fühlen sich bedroht und reagieren mit Sanktionen. Deutschland ist auf diesen Konflikt nicht vorbereitet. In der Bundesrepublik fehlt es an Verständnis dafür, wer hinter den aufstrebenden Konzernen aus China steckt. Die erweiterte und aktualisierte Taschenbuchausgabe von „Der Masterplan“ soll diese Lücke schließen. Autor Stephan Scheuer zeigt auf, welche Gründer hinter den chinesischen Tech-Firmen stehen und wie sie groß werden konnten. Dabei zeigt er, wie Peking gezielt internationale Wettbewerber ausgesperrt hat und wie der Staat die Firmen heute für seine Ziele einbindet.

中國公主 – Chinaprinzessin

余德美 – Dagmar Yu-Dembski
Eigenverlag (2020)
102 Seiten, 18,00 €

Über das Buch

Zur 2013 in der Edition Ebersbach erschienenen Ausgabe der „Chinaprinzessin“ von Dagmar Yu-Dembski gibt es nun eine chinesischsprachige Ausgabe, die über den Chinaladen bezogen werden kann. Eine Frau auf der Suche nach Identität erzählt die Geschichte ihrer deutsch-chinesischen Familie, die weder Sprache noch Heimat gemeinsam hat und dennoch im geteilten Berlin miteinander verbunden bleibt.

Songjiang – The Cradle of Shanghai (englischsprachiger Titel)

Johannes Voit
Eigenverlag (2020)
144 Seiten, 9,99 €

Der Autor über das Buch

When you are in Shanghai, visit Songjiang! Songjiang is terra incognita for most people living outside Shanghai, and even for many Shanghainese. However, it is the cradle of the global metropolis Shanghai, and of Shanghai Culture. Today a city and a southwestern district of Shanghai, Songjiang was populated more than five thousand years ago when the area of modern-day Shanghai still was covered by water. Songjiang combines the old and the new: the Sutra Stele is the oldest object above the surface of the earth in the greater Shanghai area, and the spectacular Guangfulin Ancient Relics Site opened in Songjiang in 2018 is the latest addition to Shanghai visitors’ must-see list. The Guangfulin Culture Museaum traces more than five thousand years of history of Songjiang and Shanghai in an awesome, tent-like building rising from the waters of an artificial lake.This book describes both the rich cultural heritage of Songjiang which can be visited today, like Zuibaichi and Fangta Parks, Dacang Bridge, Xilin and Dong Yue Temples, the Sutra Stele and the Mosque, and many of the modern additions such as the InterContinental Shanghai Wonderland Hotel, the Guangfulin Relics Park, the Film Park, and many more. Most importantly, it provides detailed descriptions of how to get there by public transport.

Vortrag von Johannes Voit am 28.03.2021

Westliche Architektur in den Handelszentren Chinas – 1841 bis 1914

Michael Hofmann
Imhof Verlag
176 Seiten, 29,95 €

Der Verlag über das Buch

Das Buch gibt einen Überblick über die Vielfalt und Entwicklung der westlichen Architektur in Hongkong, Shanghai, Tientsin, Hankow, Tsingtau, Charbin und Dalny/Dairen. Zu den Städten wurde ein kurzer Abriss der städtebaulichen Entwicklung erarbeitet und historische Stadtpläne mit Kennzeichnung vieler Bauten ermöglichen eine Vorstellung von der Topografie der Stadt und der Lage der abgebildeten Bauwerke. Etwa 460 historische Ansichtskarten und wenige Fotos führen die Entwicklung vor Augen. Die Bilderschau belegt, dass die Bauwerke in den von Briten, US-Amerikanern, Franzosen, Deutschen, Russen und Japanern geprägten Städten oder Niederlassungen zum größten Teil europäische Standards besaßen. Beim Vergleich der Städte zeigen sich Unterschiede in der Stadtplanung und teils in der Architektur durch die Verwendung nationaler Baustile.

Zhuangzi – Das Buch der daoistischen Weisheit. Vollständige Ausgabe

Reclam Verlag (Taschenbuch)
530 Seiten, 14,80 €

Der Verlag über das Buch

Das Buch »Zhuangzi«, auch bekannt unter dem Ehrentitel »Das wahre Buch vom südlichen Blütenland«, ist zusammen mit dem »Daodejing« der wichtigste Text des chinesischen Daoismus. Zhuangzi (Dschuang Dsi) soll im 4. Jahrhundert v. Chr. gelebt, sich allen Ämtern verweigert und als Gärtner gearbeitet haben. Ihm geht es darum, zurückzulenken auf das Eigentliche, das Einfache: die Freiheit, nichts Besonderes zu tun, die Freiheit, sich selbst zu folgen, die Freiheit, mit der Natur zu leben. Zhuangzi ist der wilde Denker, der keine vorgegebene Ordnung akzeptiert und alles in Frage stellt. Sein Buch besteht aus 300 kurzen Texten: Anekdoten, Gleichnissen, Gedanken, Dialogen, die in 33 Kapitel geordnet sind.

Viktor Kalinke hat 2017 die erste ernstzunehmende und vollständige Übersetzung des »Zhuangzi« aus dem Chinesischen ins Deutsche vorgelegt. Diese neue Übersetzung erscheint nun in der Universal-Bibliothek.

Tsingtau – Eine deutsche Kolonialstadt in China (1897–1914)

Helga Rathjen
Böhlau Verlag
328 Seiten, 45,00 €

Der Verlag über das Buch

Heute noch stehen in der chinesischen Millionenstadt Qingdao Fachwerkhäuser im „neu-nürnbergischen Stil“. Der historische Stadtkern, die deutsche Kolonialstadt Tsingtau (1897-1914), erzählt ein koloniales Gründungsnarrativ deutscher Selbstrepräsentation im Spiegel einer rassistischen Konstruktion des chinesischen Anderen.

Tsingtau war eine städtebauliche Selbstinszenierung des Deutschen Reiches, die von bürgerlicher Selbsterfindung und imperialem Anspruch der „deutschen Kulturnation“ auf ihren „Platz an der Sonne“ kündete. Das koloniale Gründungsnarrativ von der „saubersten und gesündesten Stadt an der ganzen ostasiatischen Küste“ untermauerte nicht nur die nationale und bürgerliche Selbstrepräsentation, sondern lieferte auch die Begründung für eine rassistische Ausgrenzung und Disziplinierung der chinesischen Bevölkerung, die sich dem Zugriff der Macht auf unterschiedlichste Weise zu entziehen verstand.

Das Buch zeigt, wie Ausgrenzung und Disziplinierung der Mehrheitsbevölkerung und der Rückzug in eine gated community Imaginationen eines Belagerungszustandes durch „die feindlichen Anderen“ hervorbrachten, die auf kolonialen Deutungen der Welt, des Selbst und des Fremden beruhten. Imaginationen, die wir in unseren heutigen postkolonialen Denk- und Handlungsmustern wiedererkennen können.

Was der Osten ist

Paul Claudel
Verlag Matthes & Seitz Berlin
222 Seiten, 28,00 €

Der Verlag über das Buch

In neuer Übersetzung: das wohl einflussreichste französische Buch über das alte China. Auf seinen Reisen zwischen Shanghai, Fuzhou und Hankou beginnt der Diplomat Claudel gleich bei seinem ersten Aufenthalt von 1895–1899 mit der Niederschrift literarischer Momentaufnahmen. Obwohl er die chinesische Sprache nicht versteht, fühlt er sich sofort wie ein Fisch im Wasser, alles erscheint ihm »natürlich und normal«, die scheinbare Unordnung der chinesischen Stadt wird für ihn zum Zeichen einer Harmonie, die er der etablierten Ordnung europäischer Großstädte vorzieht. China sollte fortan das Land sein, in dem Paul Claudel nach kurzem Zwischenaufenthalt in Japan die meiste Zeit seiner diplomatischen Karriere verbrachte. Eindrücke vom Meer, den Flüssen, dem Land und den Gärten wechseln sich in den von eigenwilligen, mitunter gebrochenen Rhythmen durchzogenen Prosagedichten ab. Claudel streut Reflexionen, Gesänge und Fabeln ein; Phasen des Innehaltens, der produktiven Leere und Meditation folgt rasende Bewegung. Sie sind daher literarisches Zeugnis einer durch Baudelaire angestoßenen und von Rimbaud weitergeführten aufgebrochenen Prosaform und zugleich Zeugnis eines von allen Klischees befreiten und völlig unvoreingenommenen Blicks auf ein China des späten 19. Jahrhunderts.

Empfehlungen aus unserem Antiquariat

鲁迅全集 – Lu Xün Qu Ji

鲁迅 – Lu Xün
人民文学出版社 1995年
Gesamtausgabe in 16 Bänden, 250,00 €. Versand auf Anfrage möglich.

Wu Ch’êng ên – Der rebellische Affe (Die Reise nach dem Westen)

Rowohlt Verlag (1961)
265 Seiten, 18,00 €

官场现形记 – Die Bürokraten

李宝嘉 – Li Bao Jia
春风文艺出版社  1993年
18,00 €

Aktuelle Buchempfehlungen – Februar 2021

Kernbeißer und Kreuzschnäbel – Ein Sittenbild aus dem alten Peking

Rainer Kloubert
Elfenbein Verlag (2020)
304 Seiten, 39,00 €

Der Verlag über das Buch

Die Bewohner des alten Peking – vom Kaiser bis hin zum einfachsten Untertanen – waren darin vernarrt, den Lauten von Vögeln zu lauschen, neue für sie zu erfinden, natürliche zu verändern, sie ganze Strophen trällern zu lassen oder ihnen kuriose Manieren beizubringen, um sie anderen vorführen zu können. Die Utensilien: Käfige, Käfiggriffe, Sitzstangen, Fress- und Trinknäpfe, Gestelle, Rahmen, Halsfesseln, Kästchen, Schächtelchen und vieles mehr, von dem Rainer Klouberts grundlegend erweitertes und reich illustriertes Buch berichtet, sind leider für immer verschwunden – die konfuzianischen Tugendwächter hatten nur wenig für Vögel übrig. Die Mode, sie zum Vergnügen abzurichten, kam in den Regierungsjahren des Pracht und Spiel liebenden Kaisers Qianlong (1735–1799) auf, der etwa zu der Zeit, als August der Starke sein Grünes Gewölbe mit chinesischem Porzellan füllte, in Pekings Sommerpalast Versailler Bauten errichten ließ, in denen künstliche Nachtigallen sangen, Wasserkaskaden tanzten und Spieluhren sich im Kreis drehten. Unter seinen Nachfolgern gewann die Sitte, Vögel in Käfigen zu halten, immer mehr Anhänger. Mandschurische Beamte und Sinekuristen vor allem bezahlten Unsummen für besonders gelehrige oder farbenprächtige Exemplare, die so genannten »Beamten-« oder »Residenzvögel«. Als gegen Ende der Dynastie exotische Vögel auftauchten, trat für Pekings Bewohner ein weiteres Faszinosum hinzu: die berauschenden Farben des Federkleides, an der sie sich nicht satt genug sehen konnten, Gefieder nicht weniger prächtig als die Kostüme von aufgeplusterten Opernschauspielern, die auf der Bühne hin und her stolzierend ähnlich gellende und dramatische Laute von sich gaben, Schreie, die sich, wenn man sie nur genügend in die Länge zog, in Musik verwandelten, um den »sieben Gemütsregungen« Ausdruck zu verleihen: Freude, Zorn, Trauer, Angst, Liebe, Hass und Begehren.

Die Rätsel Chinas und das Weltbild des Westens – Digitale Diktatur, Staatskapitalismus oder sozialistische Marktwirtschaft?

Wolfgang Müller
VSA Verlag (2021)
160 Seiten, 14,80 €

Der Verlag über das Buch

Chinas rasanter Aufstieg zur zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt stellt den kapitalistischen Westen, in dem einige nach dem Fall der Mauer 1989 schon vom »Ende der Geschichte« halluzinierten, wieder vor die Systemfrage: Wie umgehen mit einem »systemischen Konkurrenten« (EU-Kommission)?

Die Erfolgsgeschichte der Volksrepublik ist begleitet von der Entfesselung der Marktkräfte im Inneren und die politische Führung des Landes tritt für freien Welthandel ein. Gleichzeitig macht sie aber keine Anstalten, die erfolgreiche staatliche Teilsteuerung der Wirtschaft aufzugeben.

Chinas Aufstieg in der Welt jenseits der kapitalistischen Metropolen wird zunehmend als Alternative zum neoliberalen »Washington Consensus« und zu dessen Wirtschafts- und Gesellschaftsmodell begriffen. Das wird nicht zuletzt durch die Initiative zu einer »Neuen Seidenstraße« (»One Belt, One Road«) deutlich, mit der durch den Ausbau von Verkehrsinfrastruktur, Energieversorgung und Wirtschaftskorridoren zwischen Asien, Afrika und Europa ein »neues Goldenes Zeitalter der Globalisierung« eingeleitet werden soll. Was ist also zu halten von China und einer politischen Führung, die offiziell die Einführung des ­Sozialismus »chinesischer Prägung« verfolgt bei gleichzeitig hoher sozialer Ungleichheit und ausgeprägter, zunehmend digital unterstützter sozialer Kontrolle?

Leseprobe

Chinesische Philosophie – Von Konfuzius bis zur Gegenwart

Hans van Ess
C.H.Beck Wissen
128 Seiten, 9,95 €

Der Verlag über das Buch

Die Prinzipien von Yin und Yang, Konfuzius’ Tugendlehre oder Laozis Lehre vom Nicht-Handeln sind auch im Westen ein Begriff und doch mit der Aura des Rätselhaften umgeben. Hans van Ess bietet einen Schlüssel zum Verständnis dieser Denktradition. Er erzählt die Geschichte der chinesischen Philosophie von Konfuzius über Laozi und die buddhistischen Spielarten des chinesischen Denkens bis hin zum modernen Neukonfuzianismus und macht verständlich, warum die traditionelle Philosophie in China bis heute einen so hohen Stellenwert hat.

Leseprobe

Drachentanz – Chinas Aufstieg zur Weltmacht und was er für uns bedeutet

Matthias Naß
C.H.Beck
320 Seiten, 24,95 €

Der Verlag über das Buch

Chinas Aufstieg fasziniert die Welt – und lehrt sie das Fürchten. Unter Parteichef Xi Jinping erlebt das Land einen Rückfall in die Diktatur. Gleichzeitig dehnt es seinen globalen Einfluss immer weiter aus. Nicht nur in Amerika, auch in Europa wächst das Unbehagen an der neuen Weltmacht und an ihren Methoden. Droht ein neuer kalter Krieg oder sogar ein chinesischer Triumph über den Westen? Zeit-Korrespondent Matthias Naß gibt einen spannenden Einblick in das Land, das sich anschickt, zur Führungsmacht des 21. Jahrhunderts zu werden.

Pekings Machthaber perfektionieren die Überwachung ihrer Bevölkerung und errichten ein System aus Belohnungen und Strafen für regimekonformes Verhalten. Minderheiten wie die Uiguren werden brutal verfolgt und in Lagern „umerzogen“. In Hongkong soll die Opposition zum Schweigen gebracht werden, während im südchinesischen Meer Chinas militärische Präsenz zielstrebig ausgebaut wird. Mit dem Riesenprojekt der „Neuen Seidenstraße“ schafft China neue Abhängigkeiten im Mittleren Osten, Afrika und in Europa. Doch es gibt auch Probleme. Manches spricht dafür, dass China diesen Expansionskurs weder ökonomisch noch politisch auf Dauer durchhalten kann. Massive Umweltprobleme kommen hinzu. Und die Corona-Krise hat vielen westlichen Ländern gezeigt, dass die Abhängigkeit von China ein kritisches Ausmaß erreicht hat. Matthias Naß kennt China so gut wie nur wenige andere und zieht in diesem Buch eine ebenso sachlich fundierte wie fesselnde Bilanz.

Leseprobe

An den Ufern des Amur – Die vergessene Welt zwischen China und Russland

Sören Urbansky
C.H.Beck (2021)
375 Seiten, 26,00 €

Der Verlag über das Buch

Am Amur stoßen auf einer Länge von knapp 2000 Kilometern China und Russland aufeinander. Sören Urbansky ist ein Jahr lang vom Baikalsee bis zum Japanischen Meer durch die abgelegene Grenzregion gereist. In seiner fesselnden Reportage vom „Schwarzen Drachen“, wie die Chinesen den riesigen Strom nennen, versteht er es meisterhaft, an unscheinbaren Begebenheiten, vorerst noch kleinen Beben und Brüchen, die großen tektonischen Verschiebungen der Supermächte abzulesen.

Wo der Norden Chinas sibirisch wird und der Südosten Russlands zunehmend chinesisch, stehen die beiden autoritären Imperien Rücken an Rücken zueinander. Bis zum Zweiten Weltkrieg kämpften hier die Sowjetunion und Japan um die Vorherrschaft. Auf der Suche nach Spuren der Geschichte ist Sören Urbansky auf eine erstaunliche chinesisch-russische Gegenwart gestoßen. In seinem wunderbar anschaulich erzählten Buch berichtet er von prosperierenden chinesischen Metropolen und erstarrten russischen Orten auf der anderen Seite des Flusses – vor wenigen Jahrzehnten war das Gefälle noch umgekehrt. Er besucht Städte wie Harbin im Nordosten Chinas, einst „Moskau des Ostens“, und Wladiwostok, das erträumte russische San Francisco, und ist zu Gast bei einfachen Menschen, die fließend Chinesisch und Russisch sprechen und ihre Soljanka mit Stäbchen schlürfen. Sein einfühlsamer Bericht kommt den Profiteuren und Verlierern der Grenze ganz nahe und erlaubt gerade dadurch ungewöhnliche Einblicke in den Zustand der beiden Großmächte und ihr spannungsvolles Verhältnis.

Made in China. Roman

Tilman Spengler
Transit Verlag
240 Seiten, 24,00 €

Der Verlag über das Buch

Leo Zwirn, sowjetischer Kulturexperte und Lebenskünstler, wird Anfang der 60er Jahre nach China strafversetzt. Nach dem Bruch der chinesisch-sowjetischen »Freundschaft« müssen alle Experten zurück in die UdSSR – außer Zwirn, der an ein von aller Welt vergessenes Museum in Xi’an, der alten Kaiserstadt, »delegiert« wird. Es ist die Zeit der Kulturrevolution, das Museum soll als »rückwärtsgewandte Institution« geschlossen werden. Um ­dies zu verhindern, finden sich im Museum Mitstreiter, die mit gewiefter Taktik und Phantasie diesen Beschluss zu unterlaufen versuchen. Mit der Wahrheit muss unkompliziert umgegangen werden. Ein sensationeller Fund, nämlich abstrakte Zeichnungen des frühen Mao Zedong, tauchen auf, die im Museum wirkungsvoll präsentiert werden. Aber sind sie tatsächlich echt? Und wie lässt sich der misstrauische, skrupellose und machthungrige Politkommissar, der »Stählerne Wu«, in ein weiteres Projekt einbinden, durch das ein kunsthistorisches Weltwunder herbeigezaubert werden könnte: Das Entstehen der unsterblichen Armee von Terrakottakriegern, die von der Überlegenheit des chinesischen Volkes kündet und ganz nebenbei dem Tourismus, der »Industrie ohne Rauch«, einen global bewunderten Aufschwung verschafft.

Ein aufregender, komischer, mit viel Wissen erzählter Roman über China, die Kulturrevolution – und eine Ode an die subversive Kreativität.

Feindbild China – Was wir alles nicht über die Volksrepublik wissen

Uwe Behrens
edition ost im Verlag Das Neue Berlin
192 Seiten, 15,00 €

Der Verlag über das Buch

China – das Reich der Mitte hat in den letzten Jahrzehnten einen beispielhaften wirtschaftlichen Aufschwung erfahren. Uwe Behrens, der 27 Jahre in diesem Land lebte und arbeitete, informiert in zehn Frageblöcken kenntnisreich, wie die Volksrepublik es schaffte, ohne Demokratie westlichen Vorbilds ihre Wirtschaft auf den heutigen Stand zu heben, mit welchen Schwierigkeiten sie dabei zu kämpfen hatte und welche Probleme noch immer bestehen.

Mit dem Hintergrund jahrelanger Erfahrung als Transportökonom klärt Uwe Behrens über Handelswege wie die neue Seidenstraße auf und thematisiert darüber hinaus die kritische wie parteiische Perspektive des Westens. Das rasche wirtschaftliche Wachstum und die damit einhergehende wachsende Bedeutung der Rolle Chinas in der Weltpolitik werden in den westlichen Medien und der Politik seit Jahren negativ betrachtet. Chinesische Wissenschaftler werden aus den USA ausgewiesen, Dumpingvorwürfe erhoben und Import- oder Exportverbote ausgesprochen. Wer kann es China also verübeln, andere Wege zu gehen, neue Handelspartner für sich zu gewinnen? Uwe Behrens beantwortet als Experte Fragen zur Unterdrückung von Minderheiten, Territorialkämpfen, Cyberkriminalität und der Behandlung der Menschenrechte.

Leseprobe

Kleine Erzählungen aus China – Für Chinesischlernende (zweisprachig Chinesisch-Deutsch)

Alina Jianmei Xiang, Helga Kunsemüller
Chinabooks (2021)
100 Seiten, 19,99 €

Der Verlag über das Buch

Eine Auswahl an klassischen Erzählungen aus dem alten China in einer zweisprachigen Ausgabe Deutsch und Chinesisch mit Pinyin-Lautumschrift. Kurzweilig und lehrreich, in einfacher Sprache speziell für Chinesischlerner geschrieben. Mit herrlichen Tuschemalereien des chinesischen Illlustrators Li Meng.

Leseprobe

Empfehlungen aus unserem Antiquariat

The Historical Atlas of China (8 volumes)

Tan Qianxiang
Cartographic Publishing House Beijing (1987)
Tadelloser Zustand, 250,00 € (Versand auf Anfrage möglich)

Mehr Informationen

Chinesische Mythologie

Anthony Christie
Emil Vollmer Verlag (1968)
140 Seiten, 12,80 €

Aktuelle Buchempfehlungen – Sommer 2020

Wolfgang Hirn: Shenzhen

Shenzhen – Die Weltwirtschaft von morgen

Wolfgang Hirn
Campus Verlag (2020)
286 Seiten, 25,00 €

Der Verlag über das Buch

Shenzhen ist die Stadt der Superlative: die am schnellsten wachsende Metropole der Welt, die jüngste, offenste, reichste und teuerste Stadt Chinas. Ob Elektromobilität, Gentechnik oder Künstliche Intelligenz – bei den wichtigen Zukunftstechnologien werden hier die Trends gesetzt.

Wenn Chinaexperte Wolfgang Hirn Shenzhen beschreibt, entwirft er damit gleichzeitig das Bild der Urbanität von morgen. Er bereist die Region seit vielen Jahren und beobachtet die rasante Entwicklung. Auch immer mehr ausländische Konzerne – ob Airbus, Apple, Daimler oder Lufthansa – installieren Labs in der Megacity. Die Weltwirtschaft bekommt mit Shenzhen ein neues Gravitationszentrum, die neue Maßeinheit heißt Shenzhen-Speed.

Clive Hamilton & Mareike Ohlberg: Die lautlose Eroberung

Die lautlose Eroberung – Wie China westliche Demokratien unterwandert und die Welt neu ordnet

Clive Hamilton & Mareike Ohlberg
Deutsche Verlags-Anstalt (2020)
496 Seiten, 26,00 €

Der Verlag über das Buch

Chinas Aufstieg zur Weltmacht ist unaufhaltsam. Lange erwartete man, dass sich das Land mit zunehmendem Wohlstand demokratisieren würde. Doch das Gegenteil ist der Fall. Die Kommunistische Partei Chinas will sich mit allen Mitteln an der Macht halten. Dafür werden Wirtschaft und Gesellschaft im eigenen Land auf Linie gebracht und ein weitreichendes Programm wurde entwickelt, mit dem China die westlichen Demokratien unterwandert und eine neue Weltordnung etablieren will. Dabei setzt es nicht nur seine Wirtschaftsmacht als Waffe ein, sondern die gesamte Bandbreite seiner Politik. Wie vielfältig der chinesische Einfluss auch bei uns bereits ist, enthüllen die beiden Autoren an zahlreichen Beispielen – ein Anstoß zu einer dringend notwendigen Debatte: Wie soll Deutschland, wie Europa mit der neuen Weltmacht China umgehen?

Eileen Chang: Die Klassenkameradinnen

Die Klassenkameradinnen

Eileen Chang
Ullstein Verlag (2020)
96 Seiten, 18,00 €

Der Verlag über das Buch

Der letzte Roman einer der bedeutendsten chinesischen Erzählerinnen der Moderne
Zhao Jue lebt in New York, arbeitet als Dolmetscherin für die UN. In einer Zeitschrift entdeckt sie das Foto einer ehemaligen Mitschülerin. Ihre Freundin lebt inzwischen mit ihrem deutschen Mann in Washington, es ist 1975, China und die USA nähern sich nach dem Besuch von Nixon langsam an. Zhao Jue erinnert sich an die Schulzeit im Schanghai der Dreißigerjahre, an das sexuelle Erwachen der Freundinnen. Wie Eileen Chang überwirft sich Zhao Jue mit der Familie, widersetzt sich deren Heiratsplänen und hält sich während der japanischen Besetzung mit Schmuggel über Wasser. In Amerika begegnet sie Vorurteilen, lernt aber auch die Freiheit kennen.

Eileen Chang ist die bedeutendste chinesische Erzählerin der Moderne. Ende der Siebzigerjahre schrieb sie Die Klassenkameradinnen, verbot jedoch eine Veröffentlichung zu Lebzeiten, da der Text eigene Erlebnisse verarbeitet.

Rezension von Dagmar Yu-Dembski

Lea Schneider, Yimeng Wu: Made in China

Made in China

Gedichte: Lea Schneider
Illustrationen: Yimeng Wu
Verlagshaus Berlin (2020)
120 Seiten, 17,90 €

Der Verlag über das Buch

made in china ist made in China. Lea Schneider bewegt sich durch sechs chinesische Metropolen, durch die chinesische Sprache, durch die chinesische Geschichte. Nanjing, Shanghai, Hong Kong, Taipei, Chengdu, Beijing — die Gedichte sind in den Städten entstanden, aber keines behauptet, sie zu kennen oder erklären zu wollen. Stattdessen sind sie ein zärtliches Sammeln und Suchen: Nach Objekten, Texten, Sprachfragmenten und Gerüchen, die uns viel näher liegen, als eine koloniale Sichtweise auf China nach wie vor behauptet. Was sie finden ist keine Stadt, kein Land: Sie finden ein Loch im Papier, das groß genug ist. Groß genug für Freundschaften mit Menschen, Büchern und Geistern. Groß genug für eine Nostalgie, die zwar in die Vergangenheit schaut, aber sich an die Gegenwart richtet — eine auf 350 km/h beschleunigte Gegenwart, gegen die Europa alt aussieht.

Miriam Leitner & Theresia Romberg-Frede: Anders gleich

Anders gleich – 45 Perspektiven auf Leben und Alltag in China

Miriam Leitner & Theresia Romberg-Frede
Drachenhaus Verlag (2020)
300 Seiten, 24,00 €

Der Verlag über das Buch

45 Frauen erzählen aus ihrem Leben

Die Globalisierung macht die Welt klein – sie bringt uns aber nicht zwangsläufig näher zusammen und sie führt zu keinem besseren Verständnis untereinander. Das interkulturelle Projekt ANDERS GLEICH ist durch den Wunsch entstanden, in einen Austausch zu treten.

In 45 Interviews erzählen die Frauen aus ihrem Leben: Was sind ihre Werten, was wünschen sie sich für sich und ihr Land? Ihre Geschichten regen an, einander offen und neugierig zu begegnen.

Fang Fang: Wuhan Diary

Wuhan Diary – Tagebuch aus einer gesperrten Stadt

Fang Fang
Hoffman und Campe Verlag (2020)
352 Seiten, 25,00 €

Der Verlag über das Buch

Das Tagebuch der berühmten chinesischen Schriftstellerin Fang Fang aus einer abgeriegelten Stadt ist ein einzigartiges, ergreifendes Zeitdokument über den Kampf gegen einen unsichtbaren Feind, den die Menschen in Wuhan weltweit als erste führten. Wuhan: Am 25. Januar, zwei Tage nachdem erstmals in der Geschichte eine 9-Millionen-Einwohner-Stadt komplett von der Außenwelt abgeriegelt wurde, beginnt Fang Fang, online Tagebuch zu schreiben. Eingeschlossen in ihrer Wohnung berichtet sie vom Hereinbrechen und dem Verlauf einer Katastrophe, von der Panik während der ersten Tage der Covid-19-Epidemie bis zu ihrer erfolgreichen Eindämmung. Sie erzählt von der Einsamkeit, dem heroischen Kampf des Personals in den Krankenhäusern, vom Leid der Erkrankten, dem Schmerz der Angehörigen von Verstorbenen und der Solidarität unter Nachbarn. Millionen Chinesen folgen ihren Gedanken und ihren Geschichten aus dem unmöglichen Alltag – vom Zorn über die Untätigkeit und Vertuschungsmanöver der Behörden während der Anfangsphase der Epidemie und der Unterdrückung warnender Stimmen, bis zur Anerkennung der wirkungsvollen Maßnahmen der Regierung in den Wochen danach. Fang Fang liefert einen unverstellten Blick auf die Katastrophe “von unten”, ganz nah an den Menschen, ihren Ängsten und Nöten, aber auch ihren kleinen Freuden und dem speziellen Wuhaner Humor selbst in dunkelsten Stunden. Zugleich wurde ihr Wuhan Diary in China zum Gegenstand erbitterter Auseinandersetzung über den Umgang mit kritischen Stimmen und Verantwortung – und somit über Chinas künftigen Weg. „Als Zeugen, die wir die tragischen Tage von Wuhan miterlebt haben, sind wir verpflichtet, für diejenigen Gerechtigkeit einzufordern, die gestorben sind.“ – Fang Fang

Joshua Wong: Unfree Speech

Unfree Speech – Nur wenn alle ihre Stimme erheben, retten wir die Demokratie

Joshua Wong mit Jason Y. Ng
S. Fischer Verlag (2020)
208 Seiten, 16,00 €

Der Verlag über das Buch

Was Malala für die Kinderrechte ist und Greta Thunberg für den Klimaschutz, das ist Joshua Wong für die Demokratie

Joshua Wong – das Gesicht der Protestbewegungen in Hongkong – schreibt erstmals selbst darüber, wie er es mit der Supermacht China aufgenommen hat. In seinem Buch, das halb Memoir, halb Manifest ist, appelliert er an alle, sich im Kampf um Freiheit und Demokratie einzubringen. Ob wir in Hongkong leben oder anderswo, seine Botschaft ist klar: Wenn wir als freie Individuen leben wollen, müssen wir gemeinsam für Demokratie und Freiheit kämpfen. Schweigen wir, ist niemand in Sicherheit. Nur wenn wir sprechen, können wir etwas bewirken.

Joshua Wong erreichte mit 14 Jahren das Unvorstellbare. Als China drohte, die Bildungspolitik in Hongkong zu ändern und die Erwachsenen schwiegen, veranstaltete er den ersten Studentenprotest in Hongkong gegen das Unterdrückungsregime: und gewann.Seitdem hat sich Joshua verpflichtet, unermüdlich für Demokratie und Menschenrechte zu protestieren. 2014 führte er die Regenschirm-Revolution an und spielt auch bei der aktuellen Protestbewegung eine zentrale Rolle. Hier erzählt er selbst, wie er es mit der Supermacht aufnahm und – und warum wir alle uns im Kampf für die Demokratie einbringen müssen.
»Joshua Wong ist ein mutiger und inspirierender junger Aktivist. Zusammen sind wir eine laute Stimme, die nicht zum Schweigen gebracht werden kann.« Greta Thunberg

Mit einem Vorwort von Ai Weiwei

Theo Sommer: China First

China First – Die Welt auf dem Weg ins chinesische Jahrhundert

Theo Sommer
Verlag C.H.Beck (2020, Taschenbuch-Ausgabe)
496 Seiten, 16,00 €

Der Verlag über das Buch

China hat sich in wenigen Jahrzehnten vom Armenhaus im Mao-Look zur Hightech-Nation gewandelt. Vielspurige Autobahnen und Hochgeschwindigkeitszüge verbinden die Zentren. Wer aus Schanghai nach Berlin kommt, erlebt eine Reise in die Vergangenheit. Oft heißt es, die Technologie sei nur importiert, ja geraubt, und die sozialen und ökologischen Probleme seien übermächtig. Doch das ist ein gefährlicher Irrtum. Das chinesische Jahrhundert hat bereits begonnen.

Theo Sommer blickt hinter die Kulissen der chinesischen Expansion, die einem ehrgeizigen Masterplan folgt. Das Seidenstraßen-Projekt stellt wichtige Handelswege zwischen Asien, Afrika und Europa unter chinesische Kontrolle. Ebenso planmäßig erfolgen Investments in europäische und gerade auch deutsche Firmen. Außenpolitisch trumpft China immer mehr auf, in Asien auch militärisch. Der neue starke Mann Xi Jinping hat sich eine Machtfülle gesichert, wie sie nicht einmal Mao hatte. Er perfektioniert den Überwachungsstaat mit einem an Orwell gemahnenden «Sozialkreditsystem», in der Provinz Xinjiang gar mit einem Lagersystem. Und auch in Hongkong sind Menschenrechte und bürgerliche Freiheiten bedroht. Wer Theo Sommers luzides Buch voller überraschender Fakten und Zusammenhänge gelesen hat, wird China und den Westen mit anderen Augen sehen.

Rezension von Dagmar Yu-Dembski

Sayragul Sauytbay & Alexandra Cavelius

Die Kronzeugin – Eine Staatsbeamtin über ihre Flucht aus der Hölle der Lager und Chinas Griff nach der Weltherrschaft

Sayragul Sauytbay & Alexandra Cavelius
Europa Verlag (2020)
352 Seiten, 22,00 €

Der Verlag über das Buch

Infolge einer Reihe von Anschlägen in Xinjiang 2014 errichtete die chinesische Regierung in den letzten Jahren dort ein riesiges Netz von Straflagern für ethnische Minderheiten, vorwiegend muslimische Uiguren und Kasachen. Beschönigend nennt Peking diese – trotz erdrückender Beweislage – weiterhin »Berufsbildungslager«, in denen sich alle »Schüler freiwillig« aufhielten.

Im Jahr 2017 gerät die kasachische Staatsbeamtin und Direktorin mehrerer Vorschulen Sayragul Sauytbay selbst in die Mühlen des chinesischen Unterdrückungsapparates. Nachdem ihr kasachischer Mann mit beiden Kindern das Land verlassen hat, wird sie mehrmals verhört und schließlich in ein Umerziehungslager gesteckt, wo sie ihren Mitgefangenen von morgens bis abends die chinesische Sprache, Kultur und Politik beibringen muss. Dabei erhält sie Zugang zu geheimsten Informationen, die Pekings langfristige Pläne offenlegen, die Demokratien zu unterhöhlen und zu unterwerfen. Die Bedingungen sind unmenschlich: Gehirnwäsche, Folter und Vergewaltigung, dazu erzwungene Einnahme von Medikamenten, die die Inhaftierten apathisch macht oder vergiftet. Jede Nacht müssen sie stundenlang mit erhobenen Händen an einer Wand stehen und ihre »Sünden« bekennen. Überraschend kommt Sayragul Sauytbay 2018 wieder frei, soll aber kurz darauf als Gefangene ins Lager, deshalb flieht sie nach Kasachstan.

Obwohl Peking mit allen Mitteln versucht, die Entflohene zurückzuholen, und sie bis heute vom chinesischen Geheimdienst bedroht wird, sieht sie es als ihre Aufgabe an, der Welt Zeugnis abzulegen von den chinesischen Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Und sie will die Welt warnen vor der Politik Pekings, das mit »Softpower« wie beim »Seidenstraßenprojekt« großzügige Kredite vergibt, andere Länder in Abhängigkeit bringt und langfristig die Unterwerfung der freien Welt anstrebt. Modell steht dabei Xinjiang – der größte Überwachungsstaat, den die Welt je gesehen hat, in dem Faschismus und Tyrannei regieren.